17 hours ago

US-Strafzölle: Bäckermeister tauft Gebäck um: Ami, go home!



Bäcker Thomas F. Göing aus Hannover ist jeglicher Appetit auf Donald Trumps USA vergangen. Seine Amerikaner heißen nun Hannoveraner.

Nimm das, Donald Trump! Ab kommenden Samstag vertreibt Thomas F. Göing sämtliche Amerikaner aus seinen Filialen. Genauer gesagt: Der Boss der gleichnamigen Filialbäckerei aus Hannover tauft das beliebte Rundgebäck (Mehl, Zucker, Ei, Fett, Milch oder Wasser) einfach um. Fortan wird es "Hannoveraner" heißen. Göing sagt: "Es reicht jetzt. Warum soll ich ein Produkt noch Amerikaner nennen, wenn uns durch die da drüben alles um die Ohren fliegt."

Traditionsbäcker Thomas F. Göing"Ein kleines Zeichen" gegen den Trumpismus: Traditionsbäcker Thomas F. Göing
© Göing

Göing führt die 1920 gegründete Traditionsbäckerei an der Leine in vierter Generation. An 27 Standorten wird ihre Ware feilgeboten. "Echt. Mutig. Anders.", lautet der Geschäftsslogan. Aber auch Politik ist Göings Leidenschaft, er bezeichnet sich als "Nachrichtenjunkie". Für sein Unternehmen wurde sogar ein Manifest mit Tiefe verfasst. Unter Punkt vier heißt es: "Wir nehmen uns den gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit mit Herz und Hand an." 

Amerikaner gegen den Trumpismus

Nun will er "als Unternehmer ein kleines Zeichen setzen" gegen den rüden Trumpismus aus Übersee. Kurz nachdem der US-Präsident seinen "Tag der Befreiung" ausgerufen und weltweite Strafzölle verhängt hat, lässt Göing neue Preisschilder für die Amerikaner, die nun Hannoveraner heißen, produzieren. Der Preis bleibt der alte, 1,95 Euro, aber der Name ist Geschichte.

Ganz geklärt ist allerdings nicht, ob sein Protest exakt ins Ziel trifft. Denn die Herkunft des Namens "Amerikaner" ist nicht endgültig geklärt. Manche glauben, er leite sich aus dem eingesetzten Backtriebmittel Ammoniumhydrogencarbonat ab, das Hauptbestandteil des Hirschhornsalzes ist, und soll eigentlich "Ammonikaner" heißen. Andere mutmaßen, der Name entspringe der Form des Brodie-Helms "Steel, Mark I" (Tellerhelm), den US-Soldaten im Ersten Weltkrieg trugen. Oder sind die Amerikaner in Wahrheit sogar Deutsche, wie einige Ernährungssoziologen vermuten? Womöglich ging das Gebäck schon 1902 in einer deutschen Bäckerei in New York über die Ladentheke.

Göings Team wollte keine "Europäer"

Göing wollte die Amerikaner übrigens am liebsten in "Europäer" umbenennen. Aber das Team war dagegen, präferierte den Namen der Heimatstadt. Göing sagt: "Was vermisse ich als Unternehmer seit 20 Jahren? Dass die Europäer mit einem gesunden Selbstbewusstsein in der Welt auftreten." 

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