Als "Iron Man" wurde er zu Hollywoods Superheld, als Nebendarsteller in "Oppenheimer" holte er einen Oscar. Robert Downey Jr. hat die 60 erreicht, nach einem Hürdenlauf mit vielen Hochs und Tiefs.
Robert Downey Jr. stand Anfang März bei der Oscar-Verleihung im Rampenlicht. Als einer der prominenten Gala-"Presenter" händigte er die Trophäe an Kieran Culkin ("A Real Pain") als frisch gekürter bester Nebendarsteller. Ein Jahr zuvor hielt Downey Jr. auf dieser Bühne seine erste Oscar-Dankesrede.
Mit seiner fulminanten Nebenrolle in "Oppenheimer" hatte sich der Schauspieler gegen Konkurrenten wie Ryan Gosling ("Barbie") und Robert De Niro ("Killers of the Flower Moon") durchgesetzt. In dem Drama von Christopher Nolan spielte er den intriganten Politiker und Unternehmer Lewis Strauss, einen Kontrahenten der Hauptfigur des Physikers J. Robert Oppenheimer (Cillian Murphy).
Karriere mit Hochs und Tiefs
Für Downey Jr., der am 4. April seinen 60. Geburtstag feiert, war die Oscar-Krönung ein hart verdienter Erfolg in seiner bewegten Hollywood-Karriere, der lange nicht möglich schien. Unter tobendem Applaus und Standing Ovations zollte der Schauspieler einer ganzen Reihe von Ereignissen und Leuten Tribut, etwa seiner "schrecklichen Kindheit", seinem Anwalt, der ihn aus vielen misslichen Lagen herausgeholt habe und vor allem seiner zweiten Frau, Susan Downey.
Sie habe ihn, "einen knurrenden Straßenhund", mit ihrer Liebe ins Leben zurückgeholt, sagte der "Iron Man"-Star. Dann widmete er die Oscar-Trophäe seinen drei Kindern Avri, Exton und Indio.
Der in New York geborene Sohn des Regisseurs Robert Downey Sr. (1936 - 2021), der in den 60er Jahren durch Underground-Filme bekannt wurde, kam früh mit Ruhm und mit Drogen in Kontakt. Sein Vater gab ihm erste Rollen. 1993 verwandelte sich Downey Jr. in die Kino-Legende Charlie Chaplin. Seine treffende Darstellung brachte ihm die erste Oscar-Nominierung als bester Hauptdarsteller ein. Schlag auf Schlag ging es mit Filmen wie "Natural Born Killers", "Nur für Dich" und "Restoration – Zeit der Sinnlichkeit" weiter.
Haft und Entzug
Doch der Ruhm hielt nicht lange an. Wegen Drogen-Eskapaden brach seine Karriere immer wieder ein. Festnahmen, Haft und Entzug wechselten sich ab. Das erste Mal war er 15 Monate hinter Gittern, nachdem die Polizei 1996 in seinem Auto Kokain und einen Revolver gefunden hatte. Das zweite Mal saß er ein, weil er Bewährungsauflagen verletzt hatte. Rückfälle führten unter anderem 2001 zum Rausschmiss bei der Anwalts-Serie "Ally McBeal".
Danach sagte sich Downey Jr. vom Drogenkonsum endgültig los. 2003 war er neben Halle Berry in dem Psychothriller "Gothika" wieder auf der Kinoleinwand zu sehen. Zu dem Zeitpunkt ging die Ehe mit seiner ersten Frau, der Schauspielerin und Sängerin Deborah Falconer, auseinander. Bei den Dreharbeiten zu "Gothika" lernte er die Filmproduzentin Susan Levin kennen.
Zweite Ehe mit zwei Kindern
Sie habe ihn zu völliger Drogenabstinenz verdonnert und erst nach zweijähriger Verlobungszeit geheiratet, erzählte das Paar im Interview mit der Zeitschrift "Hollywood Reporter". Im August 2005 gaben sie sich in den Hamptons in der Nähe von New York das Ja-Wort. 2012 wurde Sohn Exton geboren, 2014 Tochter Avri. Aus seiner ersten Ehe hat Downey Jr. den jetzt 31-jährigen Sohn Indio.
"Team Downey" ist der Name ihrer 2010 gegründeten Produktionsfirma. Ihr erstes Projekt war die Vater-Sohn-Story "Der Richter - Recht oder Ehre" (2014), mit Downey Jr. als erfolgreichem Anwalt und Robert Duvall als seinem entfremdeten Vater. Die Rolle brachte Duvall eine Oscar-Nominierung ein.
Hollywoods Spitzenverdiener
Nach Filmen wie "Good Night, and Good Luck" (2005) und "Zodiac" (2007) stieg der Schauspieler durch "Iron Man" (2008) und "Sherlock Holmes" (2009) in die Riege von Hollywoods Topverdienern auf. Das US-Wirtschaftsmagazin "Forbes" stufte ihn 2015 zum dritten Mal in Folge als den bestbezahlten Schauspieler der Welt ein.
Kein Wunder: seit dem ersten Superheldenfilm "Iron Man" (2008) trat Downey Jr. viele Male als das exzentrische Genie Tony Stark alias Iron Man vor die Kamera, zuletzt in dem Kino-Hit "Avengers: Endgame" (2019). Darin kam der Superheld allerdings ums Leben, die Fans mussten von der ikonischen Figur Abschied nehmen. Was ihn so liebenswert machte: Für die Rolle des geläuterten Waffenhändlers in der schützenden Panzerhülle bringt Downey neben Abgebrühtheit und Männlichkeit eine große Portion Selbstironie mit.
Dem "ikonischen Superhelden" Tony Stark habe er viel zu verdanken, sagte Downey Jr. im März bei dem SXSW-Film & TV-Festival in Austin im US-Bundesstaat Texas. Die Figur des Erfinders habe ihm die Augen geöffnet, welche Macht Technologie habe, die Welt zum Guten zu verändern, sagte der Schauspieler.
Rückkehr als Bösewicht Doctor Doom
Nach dem Abschied von Tony Stark will der Star aber wieder ins Marvel-Universum zurückkehren - jetzt als Bösewicht. Im vorigen Sommer gab Downey Jr. bekannt, dass er in zwei Filmen, "Avengers: Doomsday" und "Avengers: Secret Wars", beide unter der Regie der Brüder Joe und Anthony Russo, den Marvel-Schurken Victor von Doom alias Doctor Doom spielen werde. Er ist ein Erzfeind des Superhelden-Quartetts Fantastic Four. Sein entstelltes Gesicht verbirgt er hinter einer Maske, dazu trägt er einen grünen Kapuzen-Umhang.
Seine Fans müssen sich noch eine Weile gedulden. Erst im Mai 2026 soll der Marvel-Film "Avengers: Doomsday" in die Kinos kommen, gefolgt von "Avengers: Secret Wars" im Jahr darauf.