Als Gates und Allen 1975 Microsoft gründeten hatten sie große Pläne. Einige davon gingen auf. Das Softwareunternehmen setzte Maßstäbe, die noch heute die Computer-Nutzung prägen. Aber es gab auch Fehlentscheidungen.
"Traf-O-Data" hieß die Firma erst, nachgedacht wurde auch über das umständliche "Allen & Gates Consulting". Doch dann hat Konzern-Mitgründer Paul Allen die Idee: Man mache doch "Soft"-ware für "Micro"-Computer, warum also nicht einfach kombinieren? Am 4. April 1975 startete deshalb das Unternehmen unter dem griffigen Namen "Microsoft".
Das Ziel ist von Anfang an klar: "Dass auf jedem Schreibtisch in jedem Zuhause ein Computer steht. Das wird kommen", sagt sich William Henry Gates der III., genannt "Bill", über die Jahre immer wieder mantraartig. Als Microsoft startet, ist er gerade mal 19 Jahre alt. In der Schule habe er als ein Mathe-Nerd gegolten, schreibt Gates in seiner Autobiografie und sagt in einem CBS-Interview: "Meine sozialen Fähigkeiten haben sich sehr langsam entwickelt. Ich hatte nur wenige Freunde und sie waren wie ich."
Das Ziel von Bill Gates (r.) und Paul Allen, den Gründern von Microsoft, ist von Anfang an klar: Auf jedem Schreibtisch soll ein Computer stehen.
Einer davon ist Paul Allen. Sie lernen sich auf der Lakeside School kennen, einer Privatschule für Jungen in Seattle. Die hat schon in den 1960er-Jahren einen Computer. Bill und Paul hängen andauernd im Computerraum ab - und lernen Programmieren. "Daraufhin schrieb ich mein erstes eigenes Computerprogramm - ein 'Tic-Tac-Toe'- Spiel", erinnert sich Gates.
Aus "Quick and Dirty"-Betriebssystem wird Windows
Dann kommt Software für Firmen aus der Gegend - aber das ist erst der Anfang. Richtig groß wird Microsoft ab 1980. Der damals riesige Computerhersteller IBM braucht ein Betriebssystem für einen neuen PC. Microsoft hat aber kein passendes und kauft einfach die Rechte an einer Software der Firma "Seattle Computer Products". Der Name der Software: "QDOS", das "Quick and Dirty"-Betriebssystem - kein Witz. QDOS ist die Grundlage für "MS-DOS", welches Microsoft an IBM und andere Hersteller vertreibt.
Das lohnt sich: "Das Software-Geschäft ist großartig", sagt Gates. Wenn eine Software erst einmal entwickelt ist, "kannst Du viele Kopien sehr günstig herstellen." Aber viel teurer verkaufen. Gates wird Milliardär und Microsoft-Programme zum Standard auf Millionen PCs. Aus DOS wird Windows.
Besonders das Betriebssystem Windows 95 wird ein großer Erfolg - doch auch andere Software des Unternehmens revolutioniert die PC-Nutzung weltweit. Hier prüft ein Angestellter eines Computerladens in Tokio, Japan, im Jahr 1998 den Bestand des Microsoft-Software.
Und 1995 kommt Windows 95. Es ist einfach zu bedienen und wird ein großer Erfolg. 80 Prozent aller PCs weltweit laufen damals mit Windows - egal ob zu Hause oder bei der Arbeit. Das hilft Microsoft auch heute noch - ein Umstieg auf andere Anbieter ist vielen Nutzenden einfach zu anstrengend.
Smartphone-Einstieg verschlafen
Ende des Jahrtausends will Bill Gates sich mehr um seine Stiftung kümmern. 2000 wird daher Steve Ballmer Microsoft-Chef. Aggressiv verteidigt der Konzern seine Marktmacht. Kartellbehörden ist er ein Dorn im Auge - schon länger drohen sie mit Zerschlagung.
Das passiert zwar nicht, dafür macht Microsoft unter Ballmer einen großen Fehler: Es verpasst den Einstieg ins Smartphone-Zeitalter. Apples IOS und Googles Android werden stattdessen groß. Microsoft-Software ist zwar auch heute noch Marktführer bei PCs, spielt auf Handys aber keine Rolle.
Besser läuft es wieder 2014 - da wird Satya Nadella wird zum CEO. "Es sind aufregende Zeiten in der Tech-Branche", stellt er fest und setzt sehr früh auf zwei Themen, die immer wichtiger werden: Die Vermietung von Rechenpower über sogenannte "Clouds" und Künstliche Intelligenz. Seit 2019 arbeitet Microsoft nämlich auch mit einer Firma zusammen, über die ein paar Jahre später die ganze Welt spricht - den ChatGPT-Entwickler OpenAI.