16 hours ago

Tiefste Werte seit Corona: Trump-Zölle stürzen Wall Street in historische Verluste



Die Trump-Zölle sorgen für Panik an den Märkten. Die Wall Street verzeichnet seit der Ankündigung des Präsidenten die größten Verluste seit der Corona-Krise – droht eine Rezession?

Die neuen Zölle von US-Präsident Donald Trump haben an der Wall Street einen massiven Ausverkauf ausgelöst. Die drei wichtigsten Indizes erlitten am Donnerstag ihre größten Tagesverluste seit Beginn der Corona-Pandemie. 

Der Dow Jones fiel um vier Prozent auf 40.546 Punkte, während der technologielastige Nasdaq sechs Prozent auf 16.551 Zähler abgab. Der S&P 500 büßte 4,8 Prozent ein und schloss bei knapp 5.397 Punkten. Besonders drastisch war der Einbruch für die Nasdaq, die zuletzt im März 2020 ähnliche Rückgänge verzeichnete, während Dow und S&P zuletzt im Juni desselben Jahres so stark gefallen waren.

Die Anleger befürchten, dass die neuen Zölle einen umfassenden Handelskrieg auslösen könnten, der die Weltwirtschaft in eine Rezession stürzt. Trump hatte am Mittwoch nach Börsenschluss angekündigt, einen Basiszollsatz von zehn Prozent auf alle Importe sowie höhere Zölle für zahlreiche Länder zu erheben. Besonders betroffen sind die EU mit 20 Prozent und China mit 34 Prozent.

Wegen Trump-Zöllen: Angst vor einem Handelskrieg

Sam Stovall, Chef-Investmentstratege bei CFRA Research, erklärte: „Die Ankündigung war schlimmer als erwartet. Die Aktienkurse fallen aufgrund der erwarteten inflationären Auswirkungen.“ Sollte es keine Verhandlungen geben, drohen Vergeltungszölle, die die Lage weiter verschärfen könnten.

Am Donnerstag trennten sich Investoren quer durch alle Branchen von ihren Aktien. Apple-Aktien verloren 9,2 Prozent, da rund 90 Prozent der Produktion des Unternehmens in China angesiedelt sind – einem der Hauptziele der Zölle. Auch Meta verzeichnete einen Rückgang von knapp neun Prozent.

Wall Street: Technologie- und Finanzsektor unter Druck

Hersteller von PCs und KI-Servern sind ebenfalls stark betroffen. Laut Berechnungen von JP Morgan müssen Hardwarehersteller ihre Preise um durchschnittlich fünf Prozent erhöhen, um Margenverluste auszugleichen. Aktien von Dell und HP stürzten um 19 bzw. 14,7 Prozent ab. Auch große Banken wie JPMorgan (-6,9 Prozent) und Citigroup (-12,1 Prozent) gerieten unter Druck, da sie empfindlich auf wirtschaftliche Risiken reagieren.

Die Angst vor einem globalen Konjunktureinbruch drückte auch auf die Rohstoffmärkte. Die Nordsee-Sorte Brent verbilligte sich um 6,7 Prozent auf 69,92 Dollar pro Fass, während US-Öl um sieben Prozent auf 66,68 Dollar fiel. Experten wie Vivek Dhar von der Commonwealth Bank of Australia sehen die Nachfrage aus asiatischen Schwellenländern besonders gefährdet – diese Länder sind von den Zöllen stark betroffen.

Gold hingegen profitierte als sicherer Hafen: Der Preis für das Edelmetall stieg zeitweise auf ein neues Allzeithoch von 3.167,57 Dollar je Feinunze, fiel aber zum Handelsschluss leicht zurück.

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