16 hours ago

Kündigungswelle in den USA: Trump feuert Geheimdientschef



Tausende Mitarbeiter hat Trump seit seinem Amtseintritt entlassen. Nun knöpft er sich die Führungsriege einer US-Behörde vor. Unterstützt wird er offenbar von einer Ultrarechten.

Der Chef des US-Geheimdienstes NSA, Timothy Haugh, ist Medienberichten zufolge entlassen worden. Der Grund für die Absetzung des Generals, der erst vor etwa einem Jahr zum Chef der National Security Agency und des Kommandos für elektronische Kriegsführung berufen worden war, sei unklar, berichteten die "Washington Post" und der Fernsehsender NBC unter Berufung auf informierte Kreise.

Auch Haughs Stellvertreterin Wendy Noble wurde demnach eine neue Aufgabe im US-Verteidigungsministerium zugewiesen. Eine offizielle Bestätigung für die beiden Personalien gab es zunächst nicht. Laut "New York Times" sagte Trump jedoch: "Wir werden uns immer von Leuten trennen. Von Leuten, die wir nicht mögen. Die uns ausnutzen. Oder von Leuten, die jemand anderem gegenüber loyal sind."

Neben Haugh berichten US-Medien über mindestens drei weitere abgesetzte Personalien, darunter David Feith, leitender Direktor im Sicherheitsrat ist für Technologie und nationale Sicherheit, Brian Wals, leitender Direktor für Geheimdienstangelegenheiten, und Thomas Boodry, Fachmann für legislative Angelegenheiten.

Die NSA ist einer der größten Geheimdienste in den USA und untersteht dem Verteidigungsministerium. Die Behörde ist für die Überwachung und Entschlüsselung elektronischer Kommunikation zuständig.

Demokraten fordern Erklärung für Trumps Kündigungswelle

Aus dem Lager der Demokraten im US-Repräsentantenhaus kam umgehend Kritik an der Personalie. Die Entlassung Haughs gefährde die Sicherheit des ganzen Landes, sagte Jim Himes, einer der führenden Köpfe im US-Verteidigungsausschuss, laut NBC. Er forderte demnach eine sofortige Erklärung für die Entscheidung.

Der Luftwaffengeneral Haugh war seit 1991 für das Pentagon tätig. Im Februar hatte US-Präsident Donald Trump bereits sechs Top-Führungskräfte im Pentagon entlassen, darunter die erste Frau an der Spitze der US-Marine. Schon in seiner ersten Amtszeit hatte Trump binnen kurzer Zeit etliche Minister und andere Führungskräfte verschlissen.

Wurde Trump bei den Personalien beeinflusst?

Vor dem Rauswurf des Chefs des US-Geheimdienstes hatte sich der US-Präsident mit der Aktivistin Laura Loomer getroffen. Sie gilt als ultrarechte Verschwörungstheoretikerin. Wie mehrere US-Medien, darunter der Sender CNN, berichteten, wirft sie mehreren Mitarbeitern der Behörde vor, gegenüber dem Präsidenten nicht loyal genug zu sein. Sie soll die Entscheidung von Trump stärker beeinflusst haben als der Leiter des Nationalen Sicherheitsrates, Mike Waltz, berichtet die "New York Times".

Dass Loomer bei den Personalentscheidungen eine Rolle gespielt habe, wies Trump zwar zurück, räumte jedoch ein, dass sie ihm mehrere Namen von Personen genannt habe, die er einstellen sollte. Zudem erklärte er auf dem Weg nach Florida vor Journalisten: "Laura Loomer ist eine großartige Patriotin" mit einer staken Persönlichkeit. Ihre Empfehlungen seien konstruktiv.

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