
60 Kilometer hinter der Front liegt die Industriestadt Krywyj Rih. Russland greift nach ukrainischen Angaben mit einer ballistischen Rakete an. Mehrere Menschen sterben, darunter auch Kinder. Erst vor wenigen Tagen war die Stadt angegriffen worden.
Bei einem russischen Raketenangriff auf die Heimatstadt des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj sind nach Behördenangaben mindestens 14 Menschen getötet worden. "Darunter sind auch sechs Kinder", schrieb Selenskyj bei Telegram. Bei der Attacke auf die südostukrainische Industriestadt Krywyj Rih wurden zudem mehr als 50 Personen nach Angaben der Militärverwaltung verletzt. Der Angriff sei mit einer ballistischen Rakete durchgeführt worden. Autos und Garagen seien in Brand geraten und mehrstöckige Wohnhäuser beschädigt worden, erklärte Gebietsgouverneur Serhij Lyssak. Die Zahl der Opfer dürfte noch zunehmen.
Getroffen worden sei eine gewöhnliche Stadt, der Schlag sei gegen eine belebte Straße und Wohnhäuser geführt worden, beklagte Selenskyj. "Es gibt nur einen Grund, warum das weitergeht: Russland will keine Feuerpause, und wir sehen das." Nur internationaler Druck auf Russland und größtmögliche Anstrengungen zur Stärkung der Ukraine und ihrer Luftabwehr und Streitkräfte könnten dazu beitragen, "zu entscheiden, wann der Krieg endet".
Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hatte sich in den vergangenen Wochen für eine baldige Waffenruhe in dem seit mehr als drei Jahren andauernden Krieg eingesetzt. Russland lehnte eine von den USA und der Ukraine vorgeschlagene Feuerpause ohne Vorbedingungen allerdings ab.
Die Stadt Krywyj Rih wird seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine regelmäßig von der russischen Armee beschossen. Zuletzt waren am Mittwoch bei einem Raketenangriff auf die Stadt vier Menschen getötet worden. Krywyj Rih liegt etwa 60 Kilometer nordwestlich der Frontlinie und zählte vor dem Krieg mehr als 600.000 Einwohner.