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DAX-Konzerne zahlen Dividenden auf Rekordniveau



Stand: 04.04.2025 09:52 Uhr

Die diesjährige Dividenden-Saison fällt für die Aktionäre wieder üppig aus. Allein 14 Unternehmen zahlen eine Rekordsumme aus. Die Autokonzerne sind allerdings weniger großzügig geworden.

Deutschlands größte Börsenkonzerne zahlen in diesem Jahr Dividenden auf Rekordniveau an ihre Aktionäre. Die 40 Unternehmen im Leitindex DAX schütten für das abgelaufene Geschäftsjahr insgesamt 54 Milliarden Euro aus, wie die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft EY berechnet hat. Das seien nur 0,2 Prozent weniger als im Rekordjahr zuvor als 54,1 Milliarden an die Anleger verteilt wurden.

Dabei sind die Gewinne der Konzerne insgesamt um ein Fünftel geschrumpft. Der Jahresüberschuss aller DAX-Unternehmen nach Steuern lag 2024 bei 96 Milliarden Euro und damit deutliche 21 Prozent unter dem Vorjahr. Zurückzuführen ist der Rückgang laut EY jedoch auf eine nicht zahlungswirksame Wertberichtigung von 23,3 Milliarden Euro der Holdinggesellschaft Porsche SE bei Volkswagen und Porsche. Ohne diesen Effekt liege das Gesamtergebnis lediglich 0,4 Prozent unter 2023.

Zollkonflikt könnte Aussichten dämpfen

"Angesichts der schwierigen Wirtschaftslage und großer konjunktureller und politischer Risiken ist die fast rekordhohe Dividendenausschüttung der DAX-Konzerne eine sehr positive Nachricht", sagte Jan Brorhilker, Managing Partner bei EY. "Etliche DAX-Unternehmen haben sehr gute Zahlen für 2024 vorgelegt und sind auf gutem Weg, auch 2025 zu einem Rekordjahr zu machen."

Gleichzeitig wies Brorhilker auf die sehr unterschiedliche Entwicklung der Unternehmen im deutschen Leitindex hin. Einige kämpften mit Gewinneinbrüchen und "starkem Gegenwind".

Zwar steckt die deutsche Wirtschaft derzeit in der Flaute, die hiesige Konjunktur schwächelt, doch die DAX-Konzerne machen rund 80 Prozent ihres Umsatzes im Ausland. Aktuell sorgen sich Ökonomen allerdings wegen des sich verschärfenden Zollkonflikts mit den USA. Viele befürchten globale Wachstumsverluste und Konjunktureinbußen, die sich letztlich auch in den Bilanzen der Unternehmen zeigen dürften.     

Rekorddividenden bei 14 Unternehmen

14 Dax-Unternehmen zahlen der Studie zufolge Rekorddividenden an ihre Aktionäre, darunter Allianz, Munich Re, Siemens und Deutsche Börse. Bei Commerzbank und Deutsche Bank steigen die Dividenden besonders kräftig. Drei Unternehmen zahlen dagegen für 2024 keine Dividende: der Online-Händler Zalando, der Energietechnikhersteller Siemens Energy und der Diagnostikkonzern Qiagen.

Neun Unternehmen haben der Studie zufolge trotz eines Gewinnrückgangs ihre Dividende stabil gehalten oder erhöht, um Investoren bei der Stange zu halten. Insgesamt schütten die Konzerne dieses Jahr rund 56 Prozent ihrer Gewinne aus, nach 44 Prozent im Vorjahr.

Kürzungen bei den Autobauern

Die höchste Dividendensumme schüttet der Versicherer Allianz aus mit fast 6 Milliarden Euro, gefolgt von der Deutschen Telekom mit rund 4,4 Milliarden und Mercedes-Benz mit 4,1 Milliarden.

Deutliche Einbußen müssen die Aktionäre in der Autobranche hinnehmen. So haben BMW, Mercedes-Benz und VW ihre Dividenden kräftig gekürzt. Nach Einschätzung von EY-Experte Brorhilker müssen sich Auto-Aktionäre vorerst an schmalere Dividenden gewöhnen: "Auch in den kommenden Jahren wird es in dieser Branche wohl eher keinen Geldregen für Aktionäre mehr geben."

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