Schlag in Belgorod: Ukraine zerstört mit HIMARS vier russische Kampfhubschrauber, darunter zwei Ka-52. Der schwere Verlust für Russland zeigt die Macht der US-Waffenhilfe.
Mit einem überraschenden Schlag konnten die ukrainischen Streitkräfte vier russische Kampfhubschrauber ausschalten, darunter zwei der gefürchteten Ka-52 Alligator. Diese wurden auf einem improvisierten Flugfeld in der Region Belgorod entdeckt. Den Angriff führte das amerikanische M142 HIMARS-System (High-Mobility Artillery Rocket System) aus, während eine Drohne die Aktion überwachte. HIMARS ist ein hochmobiles Raketenartilleriesystem, das sehr präzise Langstreckenangriffe mit gelenkten Raketen und Geschossen ermöglicht.
HIMARS-Treffer bei Zwischenstopp
Für die Russen kam der Einschlag vermutlich unerwartet. Die Hubschrauber waren wahrscheinlich nur vorübergehend auf dem vorgeschobenen Auftank- und Bewaffnungsstützpunkt stationiert, der dazu dient, ukrainische Vorstöße zu stoppen. Nach der Niederlage in der Frontbucht bei Kursk überschritten ukrainische Truppen die Grenze in der Region Belgorod. Russland setzt Kampfhubschrauber inzwischen seltener ein. Dank ihrer Fähigkeit, schnell und flexibel verlegt zu werden, dienen sie jedoch als "Feuerwehr", um überraschende Bodenangriffe abzuwehren. Der provisorische Landeplatz galt vermutlich als sicher, da er außerhalb der Reichweite ukrainischer Artillerie lag. Doch die HIMARS-Werfer setzten eine Waffe mit etwa 80 Kilometern Reichweite ein. Laut Bericht der ukrainischen Spezialkräfte (SSO) handelte es sich um M30A2-Präzisionsraketen, deren Gefechtskopf einen Splitterregen aus Wolframkugeln freisetzt. Diese Raketen wurden für maximale Wirkung gegen leicht gepanzerte oder bewegliche Ziele wie Hubschrauber optimiert, da die Wolframkugeln solche Ziele auf einer großen Fläche durchlöchern.vIDDEO
Hubschrauber dienen als "Feuerwehr"
Solche Angriffe gelingen nur selten. Diese Positionen sind für herkömmliche Rohrartillerie unerreichbar, und die Russen nutzen sie lediglich für kurze Zwischenstopps. In dieser knappen Zeitspanne muss das Ziel identifiziert und ein HIMARS-System in Stellung gebracht werden. Die Ukrainer hatten die Offensive in der Region offenbar geplant und könnten den Einsatz von Hubschraubern vorausgesehen haben. Der Verlust der vier Hubschrauber, insbesondere der hochmodernen Ka-52, wiegt schwer. Mit ihren 9M121-Wichr-Raketen können sie außerhalb der Reichweite von MANPADS operieren und dennoch Bodenziele präzise angreifen. Die Reichweite dieser Raketen lag ursprünglich bei etwa zehn Kilometern, wurde jedoch Berichten zufolge auf bis zu 12 bis 14 Kilometer gesteigert. Der Hubschrauber markiert das Ziel mit einem Laser, dem die Rakete folgt – eine Technik, die ihn während des Angriffs allerdings verwundbar macht, falls feindliche Luftabwehr aktiv ist. Ihr Hohlladungsgefechtskopf ist darauf ausgelegt, reaktive Panzerungen zu durchschlagen. Ein Ka-52 kann bis zu zwölf solcher Raketen tragen.
Ka-52 Alligator
Der Ka-52 Alligator zählt zu den modernsten Kampfhubschraubern weltweit, erkennbar an seinen zwei gegenläufigen Hauptrotoren. Diese reduzieren nicht nur die Anfälligkeit für Heckrotorschäden, sondern ermöglichen auch extreme Manöver wie Seitwärtsflüge oder Rückwärtsbewegungen. Die Erfahrungen im Ukrainekrieg haben die Bedeutung von Kampfhubschraubern ebenso geschmälert wie die von Kampfpanzern. Die Hauptwaffe des Ka-52, eine 30-mm-Maschinenkanone 2A42, bleibt weitgehend wirkungslos, da ihr Einsatz den Hubschrauber in die Reichweite tragbarer Luftabwehrraketen bringen würde. Bis März 2025 sollen mindestens 64 Ka-52 zerstört worden sein. Diese Verluste schwächen die russische Luftunterstützung, da Sanktionen die Nachproduktion erschweren und der Ka-52 auch als Aufklärer und Koordinator eine Schlüsselrolle spielt.
Der jüngste Erfolg der Ukraine unterstreicht zudem die Bedeutung amerikanischer Waffenhilfe. Ist ein Ziel nicht durch starke Luftabwehr oder elektronische Störsender geschützt, bleibt das HIMARS-System äußerst tödlich. Es ist durch andere Verbündete nicht zu ersetzen. Die Ukrainer überwachten den Angriff mit einer eigenen Drohne, möglicherweise einer Bayraktar TB2, was jedoch nicht bedeutet, dass diese auch die lohnenden Ziele aufspürte. Die Zielaufklärung könnte durch westliche Satelliten oder AWACS-Flugzeuge unterstützt worden sein, während die ukrainische Drohne den Treffer dokumentierte.
Quellen:Defence Express, TWZ, Forbes