
Es brodelt gewaltig im Washingtoner Sicherheitsapparat. Die Trump-Regierung sägt Köpfe an höchsten Stellen ab. Im Pentagon, im Nationalen Sicherheitsrat - und nun auch beim Geheimdienst, der für die datenseitige Überwachung der Welt zuständig ist.
Der Chef des US-Geheimdienstes NSA, Timothy Haugh, ist Medienberichten zufolge entlassen worden. Dies berichtet unter anderem die "Washington Post" unter Berufung auf informierte Kreise. Auf die Absetzung des Generals, der erst vor etwa einem Jahr zum Chef der National Security Agency und des Kommandos für elektronische Kriegsführung berufen worden war, habe wie in weiteren ähnlichen Fällen zuletzt die rechte Aktivistin Laura Loomer hingewirkt, heißt es in dem Bericht. Haughs Stellvertreterin Wendy Noble soll zudem eine neue Aufgabe im US-Verteidigungsministerium zugewiesen worden sein. Eine offizielle Bestätigung für die beiden Personalien gibt es bisher nicht.
Die NSA ist einer der größten Geheimdienste in den USA und untersteht dem Verteidigungsministerium. Die Behörde ist für die Überwachung und Entschlüsselung elektronischer Kommunikation zuständig.
Aus dem Lager der Demokraten im US-Repräsentantenhaus kam umgehend Kritik an der Personalie. Die Entlassung Haughs gefährde die Sicherheit des ganzen Landes, sagte Jim Himes, einer der führenden Köpfe im US-Verteidigungsausschuss, laut NBC. Er forderte demnach eine sofortige Erklärung für die Entscheidung.
Treffen mit Musk soll eigentlich gut verlaufen sein
Laura Loomer erklärte der "Washington Post", die Entlassungen seien von ihr bei einem Treffen mit Präsident Donald Trump gefordert (engl.: "advocated") worden. Weiter erklärte die rechte Aktivistin, sie habe Trump gedrängt, Haugh zu entlassen, weil dieser von General Mark A. Milley "handverlesen" eingestellt worden sei. Milley war im Jahr 2023 Vorsitzender der Vereinigten Stabschefs, als Haugh für die Leitung des Cyber Command und der NSA nominiert wurde. Später fiel Milley bei Trump in Ungnade und wurde pensioniert.
Das Medium berichtet zudem, Haugh habe vergangenen Monat Trumps Berater und Doge-Chef Elon Musk im NSA-Hauptquartier in Fort Meade, Maryland, empfangen. Es sei Musks erster bekannter Besuch bei einem US-Geheimdienst gewesen. Dieser Besuch sei gut verlaufen, berichtet die "Washington Post" unter Berufung auf mit dem Treffen vertraute Beamte.
Der Luftwaffengeneral Haugh war seit 1991 für das Pentagon tätig. Im Februar hatte US-Präsident Donald Trump bereits sechs Top-Führungskräfte im Pentagon entlassen, darunter die erste Frau an der Spitze der US-Marine. Schon in seiner ersten Amtszeit hatte Trump binnen kurzer Zeit etliche Minister und andere Führungskräfte verschlissen. Zuletzt wurde noch über die Entlassung mehrerer Mitglieder von Trumps Nationalem Sicherheitsrat berichtet - offenbar auf Anraten Loomers.