
Die US-Regierung bemüht sich um einen Waffenstillstand in der Ukraine. Russland lässt jedoch nicht von Drohnenattacken gegen sein Nachbarland ab. Nach dem jüngsten Angriff gibt es in Charkiw und in der Region Saporischschja viele Opfer.
Bei russischen Drohnenangriffen auf die Ukraine sind nach ukrainischen Angaben mindestens ein Mensch getötet und zehn weitere Menschen verletzt worden. In der südukrainischen Region Saporischschja wurde ein 45-jähriger Mann getötet, als eine russische Drohne vor einem Haus geparkte Autos traf, wie Regionalgouverneur Iwan Federow auf Telegram mitteilte. Zwei weitere Personen wurden dabei verletzt.
In Charkiw, der zweitgrößten Stadt des Landes, wurden nach Angaben von Bürgermeister Ihor Terechow acht Menschen durch Drohnenangriffe verletzt. Die Behörden sprachen von einem "massiven Angriff durch feindliche Drohnen". Die ukrainische Luftwaffe erklärte auf Telegram, Russland habe in der Nacht mit 74 Drohnen angegriffen. 41 davon seien abgeschossen worden. 20 weitere Drohnen seien verloren gegangen, also wahrscheinlich durch elektronische Flugabwehr zum Absturz gebracht worden.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warf Moskau zudem vor, erneut gegen die vereinbarte Feuerpause bei Angriffen auf Energieanlagen verstoßen zu haben. Das russische Militär habe bei neuen Angriffen mit einer Drohne eine Umspannstation in der nordöstlichen Region Sumy getroffen. Zudem habe russischer Artilleriebeschuss eine Stromleitung in der zentralen Region Dnipropetrowsk beschädigt. Dadurch sei für fast 4000 Haushalte der Strom ausgefallen. "Nicht einmal eine Teilwaffenruhe will (der russische Präsident Wladimir) Putin sicherstellen", schrieb Selenskyj bei Telegram.
Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, in der Nacht 93 ukrainische Drohnen über russischem Gebiet, vor allem über der Grenzregion Kursk, zerstört zu haben. Russland und die Ukraine hatten ihre Luftangriffe zuletzt verstärkt, während US-Präsident Donald Trump den Kreml und Kiew nach mehr als drei Jahren Krieg zu einer Waffenruhe drängt.