Dr. Eckart von Hirschhausen hat vor Gericht einen Erfolg gegen Deepfakes erwirkt. Betrüger hatten mit seinem gefälschten Gesicht geworben.
Dr. Eckart von Hirschhausen (57) ist ein womöglich wegweisender Erfolg vor dem Oberlandesgericht Frankfurt gelungen. Per Beschluss hat der Mediziner, TV-Moderator und Wissenschaftsjournalist dort laut Pressemitteilung des WDR erwirken können, dass das Unternehmen Meta mehrere Videos löschen und fortan verstärkt gegen die Veröffentlichung von Deepfake-Videos vergehen muss. Auf der Plattform waren Clips für ein Abnehmmittel im Umlauf, für die von Hirschhausen vermeintlich warb. Doch die Videos entpuppten sich allesamt als Fälschungen, der 57-Jährige war in keiner Weise an ihnen beteiligt.
Offenbar fielen demnach aber mehrere Menschen auf die Deepfakes herein und überwiesen den Betrügern Geld für ein Mittel, das es überhaupt nicht gibt. Von Hirschhausen hoffe nun, dass der Gerichtsbeschluss in Zukunft als Präzedenzfall anderen Geschädigten helfen wird: "Betroffene können jetzt - wenn sie die Plattform über konkrete Deepfakes informiert haben - die Plattform wegen nicht aktiv gesperrter, sinngleicher Inhalte abmahnen oder sogar direkt klagen."
Zum Schutz der Demokratie
In Zeiten immer überzeugenderer Fake-Videos sei es für jedermann wichtig, "die Stimme zu erheben und Gesicht zu zeigen. Denn: Mein Gesicht gehört mir. Und meine Stimme auch", so von Hirschhausen. Glaub- und vertrauenswürdige Informationen seien im Bestreben, "unsere Demokratie [zu] schützen", unabdingbar.
Auch WDR-Intendantin Dr. Katrin Vernau sieht in dem Beschluss eine richtungsweisende Maßnahme: "Das Urteil für Eckart von Hirschhausen ist ein Erfolg für die Wahrung der Glaubwürdigkeit, auch des WDR und des ganzen öffentlich-rechtlichen Rundfunks. In Zeiten von falschen Informationen und Deep-Fakes im Netz müssen wir alles dafür tun, um die Glaubwürdigkeit unserer Inhalte und unserer Protagonisten zu schützen."
Immer mehr Stars wehren sich
Dr. Eckart von Hirschhausen ist auch einer der Erstunterzeichner einer Petition, die der Autor und Künstler Marc-Uwe Kling (43) unlängst ins Leben gerufen hat. Unter dem Titel "Deepfakes von echten Menschen verbieten!" fordert er darin unter anderem von Friedrich Merz (69), Markus Söder (58) und Lars Klingbeil (47): "Rettet die Demokratie vor Deepfakes und manipulativen Bots!"
Knapp eine Woche nach dem Erstellungszeitpunkt hat die Petition bereits über 235.000 Unterschriften (Stand: 28. März, 17:00 Uhr) vorzuweisen.