
marktbericht
Einen Teil der starken Vortagesgewinne dürfte der DAX zum Handelsstart wieder verlieren. Das Gezerre um die US-Zollpolitik zwingt die Anleger zur Vorsicht. Sie scheuen das Risiko.
Der Broker IG taxiert den deutschen Leitindex vor dem Xetra-Start rund 0,4 Prozent tiefer auf 22.579 Punkte. Gestern hatte der DAX 1,6 Prozent höher bei 22.676 Punkten geschlossen. Trotzdem sieht es aktuell nach einer negativen Wochenbilanz aus. Für Unsicherheit an den globalen Aktienmärkten sorgt weiterhin die US-Handelspolitik.
"Kurzfristig sind die Kurse in Europa und auch im DAX zu schnell und zu stark angestiegen. Eine Verschnaufpause ist überfällig. Die Nachrichtenlage aus den USA sowie die dortige Korrektur der Aktienmärkte tun ihr Übriges", kommentiert Joachim Schallmeyer, Marktexperte bei der Deka. Gleichwohl schätzt die Deka das Rückschlagpotenzial als begrenzt ein.
Positiv könnte sich die Hoffnung auf eine Waffenruhe im Ukraine-Krieg auswirken, außerdem steht weiterhin das geplante Milliarden-Finanzpaket von Union und SPD im Fokus.
Auf dem Terminkalender stehen heute neben der Industrieproduktion der Eurozone wie jeden Donnerstag auch die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA, die derzeit aufgrund der Unklarheit über die künftige Zinspolitik der US-Notenbank Federal Reserve besonders beachtet werden.
Die US-Vorgaben sind gemischt: Der US-Standardwerteindex Dow Jones hatte sich gestern mit einem Minus von 0,2 Prozent bei 41.350 Punkten aus dem Handel verabschiedet. Der breit gefasste S&P 500 gewann 0,5 Prozent auf 5.599 Zähler, und der technologielastige Nasdaq zog um 1,2 Prozent auf 17.648 Stellen an.
Laut US-Inflationsbericht für Februar stiegen die Preise nicht mehr so stark wie noch im Januar, das zerstreute etwas die Sorgen über den Zustand der US-Wirtschaft.
Die japanische Börse tendiert derzeit fester. Vor allem Technologiewerte legten zu, sie orientierten sich an der Wall Street. In Tokio legte der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 0,6 Prozent auf 37.032 Punkte zu und der breiter gefasste Topix notierte 0,6 Prozent höher bei 2.711 Zählern.
Die Börse Shanghai verlor 0,4 Prozent auf 3.357,02 Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen fiel um 0,2 Prozent auf 3.918 Punkte.
Der Autobauer BMW übernimmt teilweise die höheren Kosten, die seinen Händlern in den USA durch die neuen Zölle auf Importe aus Mexiko entstehen. Zumindest in den nächsten Wochen würden diese aufgefangen, sagte ein Sprecher. BMW zufolge sind bestimmte in Mexiko hergestellte Modelle von den Zöllen betroffen, so die 3er Limousine und das 2er Coupé.
Diese Fahrzeuge werde das Unternehmen bis zum 1. Mai "preislich schützen". Früheren Unternehmensangaben zufolge entfallen etwa zehn Prozent der BMW-Verkäufe in den USA auf Importe aus Mexiko.
Der kriselnde Chip-Riese Intel hat einen neuen Chef. Branchenveteran Lip-Bu Tan soll am 18. März die Führung übernehmen, wie der Konzern mitteilte. Er war bis vergangenen August Mitglied des Intel-Verwaltungsrates, zog sich dann zurück.
Laut Medienberichten waren Meinungsverschiedenheiten mit dem damaligen Chef Pat Gelsinger der Grund. Dieser wiederum warf das Handtuch im Dezember. Dessen ambitionierten Pläne, den Halbleiter-Pionier aus der Krise zu führen, kamen nur mühsam voran.
Adobe gab für das erste Quartal einen Umsatz von 5,71 Milliarden Dollar bekannt und übertraf damit die Schätzungen der Experten von 5,66 Milliarden Dollar. Auf bereinigter Basis verdiente Adobe 5,08 Dollar pro Aktie - verglichen mit den Prognosen von 4,97 Dollar pro Aktie.