
marktbericht
Vor dem Notenbanker-Treffen in Jackson Hole dürfte der DAX heute zunächst auf der Stelle treten. Um die Kursrally fortzusetzen, wären weitere Impulse auch abseits der Geldpolitik hilfreich.
Der Broker IG taxiert den Leitindex vor dem Handelsauftakt prozentual unverändert auf 18.449 Punkte. Am bisherigen Wochenplus von 0,7 Prozent dürfte sich also zunächst nicht ändern. Gestern hatte der deutsche Leitindex 0,5 Prozent höher bei 18.448 Punkten, geschlossen. Am Dienstag hatte er mit einem leichten Minus seine Zehn-Tage-Gewinnserie abgebrochen.
"Der DAX notiert auf einem Niveau knapp unter 18.500 Punkten und es bedarf wohl weiterer Impulse vonseiten der Notenbanker, um zusätzliches Potenzial zu eröffnen“, kommentieren die Fachleute der Helaba in ihrem Tagesausblick.
"Bis zur Rede des US-Notenbankchefs Jerome Powell auf dem Treffen in Jackson Hole am Freitag droht eine Hängepartie am Markt", sagte Jürgen Molnar, Stratege beim Broker RoboMarkets. "Enttäuscht Powell mit Zurückhaltung, was den September-Termin angeht, droht drei Wochen nach dem ersten Ausverkauf durchaus eine Wiederholung des Geschehens."
Ist die Zinsfantasie bald ausgereizt? Aus den Protokollen der jüngsten Fed-Sitzung ging zwar hervor, dass die Währungshüter bereit sind, die Zinsschraube zu lockern. Demnach hält eine "überwältigende Mehrheit" der Fed-Mitglieder eine Zinssenkung im September für angemessen, sofern die Wirtschaftsdaten den Erwartungen entsprechen. Jedoch entspricht das längst den Einschätzungen der Marktteilnehmer. Die Frage ist derzeit vor allem, wie groß die Zinssenkung ausfällt.
"Angesichts der Tatsache, dass der Futures-Markt derzeit rund 95 Basispunkte für Zinssenkungen bis zum Jahresende einpreist und in diesem Zeitraum nur drei Fed-Sitzungen stattfinden, ist die dringlichste Frage für die Anleger, ob die Fed ihren Zinssenkungszyklus im nächsten Monat mit einer Senkung um 25 oder um 50 Basispunkte beginnt“, schreibt George Curtis, Portfoliomanager bei TwentyFour Asset Management, eine Boutique von Vontobel.
Von Terminseite stehen heute die Einkaufsmanagerindizes des Verarbeitenden und des Dienstleistungsgewerbes an, die Hinweise auf die Konjunktur in der Eurozone, in Frankreich und in Deutschland geben werden.
Die US-Börsen reagierten zuversichtlich auf die Protokolle, aber ohne Begeisterung: Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss gestern kaum verändert bei 40.890 Punkten. Der technologielastige Nasdaq rückte dagegen 0,6 Prozent auf 17.918 Zähler vor ,und der breit gefasste S&P 500 legte 0,4 Prozent auf 5.620 Stellen zu.
In Japan kletterte der Leitindex Nikkei auf den höchsten Stand seit drei Wochen und folgte damit dem positiven Trend der Wall Street. Der 225 Werte umfassende Index stieg um 0,6 Prozent auf 38.190 Punkte, der breiter gefasste Topix notierte nahezu unverändert bei 2.667 Punkten.
Die Börse in Shanghai notierte dagegen nahezu unverändert bei 2.857 Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen fiel um 0,2 Prozent auf 3.316 Punkte.
Deutsche Bank erzielt Vergleich mit Großteil der Postbank-Kläger
Im Entschädigungsstreit zwischen der Deutschen Bank und früheren Postbank-Aktionären hat sich das Institut mit einem großen Teil der Kläger geeinigt. Die Einigung habe einen positiven Effekt auf das Vorsteuerergebnis im dritten Quartal von 430 Millionen Euro, teilte die Bank mit. Mit mehr als 80 Klägern, auf die insgesamt fast 60 Prozent aller geltend gemachten Forderungen entfielen, sei wie von dem Institut vorgeschlagen ein Vergleich auf Basis eines Preises von 31 Euro je Aktie geschlossen worden.
Hintergrund ist die Mehrheitsübernahme der Postbank durch die Deutsche Bank im Jahr 2010. Es geht um die Frage, ob die in diesem Jahr beschlossene Zwangsabfindung der Minderheitsaktionäre angemessen war und ob die Deutsche Bank nicht schon vor dem öffentlichen Übernahmeangebot für die Postbank 2010 faktisch die Kontrolle über das Bonner Institut hatte - und den Anlegern mehr Geld hätte zahlen müssen.
Microsoft hat seine Umsatzprognose für seine Cloud-Angebote im ersten Quartal gesenkt. Der US-Softwarekonzern erklärte in einer Präsentation für Investoren, im Segment Intelligent Cloud werde nun ein Umsatz von 23,8 bis 24,1 Milliarden Dollar erwartet. Zuvor waren 28,6 bis 28,9 Milliarden Dollar prognostiziert worden. Der Windows-Herausgeber verzeichnete bereits im Juli ein verlangsamtes Wachstum seines Cloud-Geschäfts. Eine Beschleunigung des Wachstums in diesem Bereich sei in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 2025 zu erwarten, hieß es.
Zoom hat angesichts einer regen Nachfrage nach seinen KI-gestützten Kollaborationswerkzeugen seine Umsatzprognose für das Gesamtgeschäftsjahr erhöht. Der Anbieter von Videokonferenzlösungen gab eine Spanne von 4,63 bis 4,64 Milliarden Dollar an, nach bislang 4,61 bis 4,62 Milliarden Dollar. Der Konzern treibt die Integration von Künstlicher Intelligenz (KI) in seine Produkte voran. Hintergrund ist unter anderem der Trend zu hybriden Arbeitsmodellen.