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Bundeskanzler Scholz spricht angesichts neuer US-Zölle von einem "Anschlag" auf die globale Handelsordnung. Wirtschaftsminister Habeck warnt vor einer "US-Zoll-Manie" und einer weltweiten Spirale der Rezession.
Die wichtigsten Entwicklungen:
11:17 Uhr
Kallas für Diversifizierung bei Kauf von Rüstungsgütern
Nach der Verkündung der Strafzölle durch US-Präsident Donald Trump ruft die EU-Chefdiplomatin Kaja Kallas auf, bei der Beschaffung von Rüstungsgütern weniger stark auf die USA zu setzen. "Natürlich ist die Verteidigungszusammenarbeit, die wir mit den Amerikanern haben, auch sehr wichtig", sagte die EU-Außenbeauftragte am Rande eines informellen Treffens der EU-Verteidigungsminister in Warschau.
Aber es werde geschaut, was mehr für die europäische Verteidigungsindustrie gemacht werden könne. "Wir kaufen im Moment viel von den Amerikanern, aber wir müssen unser Portfolio diversifizieren, damit wir in der Lage sind, die Munition und die Dinge, die wir hier brauchen, hier zu produzieren."
11:07 Uhr
Weidel nennt US-Zölle "Gift für den freien Handel"
AfD-Chefin Alice Weidel sieht die von US-Präsident Donald Trump angekündigten Zölle kritisch, hält sich mit weiteren Einwänden aber zurück. "Zölle sind grundsätzlich Gift für den freien Handel", sagte sie auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa. "Aber letztendlich geht es nicht darum, ob die Zölle nachvollziehbar oder gerechtfertigt sind, es geht darum, sie möglichst zu verhindern", sagte sie zur Frage, ob sie den Schritt mit Blick auf Trumps "America-First"-Politik, die sie in der Vergangenheit positiv bewertet hatte, für gerechtfertigt und nachvollziehbar halte.
Mit Blick auf das angekündigte Zollpaket sprach sie sich dafür aus, den USA in Verhandlungen aufzuzeigen, dass es für beide Seiten besser sei, sich zu einigen.
11:02 Uhr
Frankreichs Premier sieht "Katastrophe für die Weltwirtschaft"
Frankreichs Premierminister François Bayrou hat die von US-Präsident Donald Trump angekündigten Zölle als "Katastrophe für die Weltwirtschaft" bezeichnet. "Es bedeutet immense Schwierigkeiten für Europa", sagte Bayrou in Paris. "Ich glaube, es ist auch eine Katastrophe für die USA und für deren Bürger", fügte er hinzu. Allein die französischen Wein- und Spirituosenhersteller rechnen mit einem Exporteinbruch in Höhe von 800 Millionen Euro.
10:59 Uhr
Einzelhandel warnt vor Preiserhöhungen
Der deutsche Einzelhandel warnt vor Preiserhöhungen als Folge der neuen Importzölle der USA. "Viele Handelsunternehmen werden Zollerhöhungen mindestens mittelfristig auch an die Endverbraucher in den Verkaufspreisen weitergeben müssen", sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland (HDE), Stefan Genth, der Nachrichtenagentur Reuters.
Die Margen im Einzelhandel seien meist niedrig und könnten nicht einfach "abgepuffert" werden. Alternativ dürften sich einige Handelsunternehmen nach neuen Lieferanten in anderen Ländern umsehen. "Doch auch dieser Prozess und der Aufbau neuer Lieferketten kostet Zeit und Geld", sagte Genth. Die USA hätten etwa bei Cranberries (Moosbeeren) und Schalenfrüchten eine starke Stellung.
10:53 Uhr
Scholz sieht "Anschlag" auf globale Handelsordnung
Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat die von US-Präsident Donald Trump weltweit verhängten Zölle als "grundfalsch" und "Anschlag" auf die globale Handelsordnung kritisiert. "Es wird nur Verlierer geben", sagt der Kanzler bei einer Pressekonferenz anlässlich des Besuchs des jordanischen Königs Abdullah II. in Berlin. "Das ist ein Anschlag auf eine Handelsordnung, die Wohlstand überall auf dem Globus geschaffen hat.
Die EU stehe für Gespräche mit der US-Regierung zur Verfügung, "um einen Handelskrieg abzuwenden". Die EU-Staaten setzten dabei auf Kooperation, nicht auf Konfrontation und würden zugleich ihre Interessen verteidigen. "Europa wird entschlossen, stark und angemessen auf die Entscheidung der USA reagieren, sagte der Kanzler.
10:30 Uhr
Scharfe Kritik der deutschen Süßwarenindustrie
Die deutsche Süßwarenindustrie kritisiert die angekündigten US-Zölle von rund 20 Prozent scharf. "Sie treffen die falschen Adressaten - nämlich eine Branche, die wichtige Rohstoffe wie Mandeln, Pistazien, Walnüsse, Cranberries und Erdnüsse in großen Mengen aus den Vereinigten Staaten bezieht", erklärt Hauptgeschäftsführer Carsten Bernoth vom Branchenverband BDSI.
Bei Mandeln betrage der Anteil der USA bei den Importen in die Europäische Union 92 Prozent. "Mit den Zollerhöhungen schaden die USA nicht nur europäischen Herstellern, sondern auch den US-Partnern unserer Branche und ihrer eigenen Landwirtschaft."
10:27 Uhr
Südkorea will Autobranche stützen
Südkorea will nach den von den USA verhängten Einfuhrzöllen seine Autoindustrie stützen. Die Regierung plane, bis kommende Woche Notfallmaßnahmen zur Unterstützung der Automobilindustrie anzukündigen, berichtet die Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf den amtierenden Präsidenten Han Duck Soo. Dem Bericht zufolge hat zudem der Handelsminister vor, so bald wie möglich zu Verhandlungen in die USA zu reisen.
10:23 Uhr
Israel berät über Schutzmaßnahmen
Israel will sich gegen die von den USA verkündeten Zölle wappnen. Finanzminister Bezalel Smotrich kündigt an, Ministeriumsvertreter einzuberufen, um Maßnahmen zum Schutz der israelischen Wirtschaft nach der Entscheidung von Präsident Donald Trump zu erarbeiten. Trump hatte gestern Einfuhrgebühren für israelische Produkte in Höhe von 17 Prozent verhängt.
10:19 Uhr
Irischer Vize Harris fordert "Reife" in Zollgesprächen
Der irische Vizeregierungschef Simon Harris mahnt im Zollstreit mit US-Präsident Donald Trump zu "Reife". Es sei "absolut klar", dass Trump bei der Verkündung der Strafzölle, die insbesondere auch die EU-Länder treffen, "diesen großen Moment wollte. Er hat ihn bekommen: große Schaubilder im Rosengarten, das ist erledigt." Was jetzt gebracht werde, sei "die Reife, sich tatsächlich an einen Tisch zu setzen".
Die USA sind einer der wichtigsten Handelspartner Irlands, vor allem auch in der Pharmabranche, die zunächst von den 20-Prozent-Zöllen ausgenommen ist. Wenn er nach einem Hoffnungsschimmer suche, dann sei "es die Bereitschaft, die er signalisiert hat, mit anderen Ländern zu sprechen", sagte Harris. "Jetzt müssen wir ihn beim Wort nehmen." Irland werde aber nicht individuell verhandeln, die Stärke liege darin, EU-Mitglied zu sein, sagte Harris.
10:15 Uhr
Deutsche und europäische Aktienkurse sacken ab
Die Zollankündigungen von US-Präsident Donald Trump haben die Aktienkurse kräftig ins Minus gedrückt. Der Deutsche Aktienindex (DAX) rutschte zum Auftakt auf den tiefsten Stand seit Anfang Februar. Zuletzt verlor er 2,3 Prozent auf und fiel auf 21.873 Punkte. Der MDAX der mittelgroßen Unternehmen sank um 2,44 Prozent auf 26.824 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor ebenfalls mehr als zwei Prozent.
Stephen Dover, Marktstratege bei der Investmentgesellschaft Franklin Templeton, sprach gegenüber der Nachrichtenagentur dpa vom Ende der Freihandelsära. Die Zölle von Trump seien insgesamt viel höher als erwartet. Gefragt waren in diesem Umfeld als sichere Häfen geltender Anlagen wir Gold und Staatsanleihen.
10:07 Uhr
Spanien dringt auf Gegenmaßnahmen
Spanien drängt auf Gegenmaßnahmen auf die von US-Präsident Donald Trump verkündeten Einfuhrzölle. Die neuen Zölle seien "unfair und ungerechtfertigt", sagte der spanische Wirtschaftsminister Carlos Cuerpo in einem Interview mit dem Radiosender RNE. Seine Regierung sei bereit, Maßnahmen zu ergreifen, um die Unternehmen und Verbraucher des Landes vor den Auswirkungen zu schützen.
Die Europäische Union sei zwar bestrebt, zu verhandeln, um einen Handelskrieg zu vermeiden. Sie müsse aber Vergeltungsmaßnahmen ergreifen, wenn kein Verhandlungsspielraum bestehe, fordert Cuerpo.
10:03 Uhr
Ölpreis sinkt nach Ankündigung der US-Zölle
Die Ölpreise haben mit einem deutlichen Rückgang auf das Zollpaket der US-Regierung und damit verbundene Konjunktursorgen reagiert. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Mai kostete 73,11 US-Dollar. Das waren 1,84 Dollar weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI fiel um 1,87 Dollar auf 69,84 Dollar.
Am Ölmarkt sorgen sich Anleger um die weitere Entwicklung der Weltwirtschaft, die jetzt an Schwung verlieren könnte - mit entsprechenden Auswirkungen auf die Ölnachfrage. Nach der Ankündigung der US-Zölle ist der Preis für Brent-Öl aus der Nordsee zeitweise bis auf 72,52 Dollar gefallen.
09:13 Uhr
Ifo Institut übt scharfe Kritik
Das Münchner ifo Institut für Wirtschaftsforschung hat scharfe Kritik an den US-Zöllen geübt. "Es ist ein bitterer Tag für die Weltwirtschaft", sagt Handelsexpertin Lisandra Flach. "Das, was wir gesehen haben, hat nichts mit Reziprozität zu tun. Die Zolldifferenz zwischen den USA und der EU beträgt durchschnittlich nur 0,5 Prozentpunkte - im Vergleich zu der angekündigten Zollerhöhung von 20 Prozent."
Die geplante Zollerhöhung markiere "einen Wendepunkt für die Weltwirtschaft und gefährdet damit fast 80 Jahre des Multilateralismus", sagt Flach. Für die deutsche Wirtschaft erwartet sie als Folge "zunächst einen dauerhaften Rückgang des BIP um 0,3 Prozent", wobei einige Schlüsselbranchen wie Pharma, Auto und Maschinenbau stärker betroffen seien.
Insgesamt leide der deutsche Handel dreifach: "Erstens, weil Deutschland weniger in die USA exportiert. Zweitens, weil Deutschland aufgrund der geringeren Wettbewerbsfähigkeit Chinas weniger nach China exportiert. Und drittens durch einen Anstieg im Wettbewerb in Deutschland, wenn beispielsweise China nach neuen Märkten sucht, um die zuvor in die USA exportierten Produkte zu verkaufen."
09:13 Uhr
Bundesbank-Präsident appelliert an US-Regierung
Die von US-Präsident Donald Trump angekündigten Zölle gefährden aus Sicht von Bundesbank-Präsident Joachim Nagel die globale ökonomische Stabilität. "Die Entscheidungen zu den Zöllen bringen die Weltwirtschaft (...) auf den falschen Kurs", sagt Nagel. "Falsch, weil im Ergebnis der Wohlstand aller angegriffen wird. Das globale Wirtschaftswachstum wird zurückgehen. Die Preise werden steigen. Insgesamt wird der Grad der Verunsicherung der Wirtschaftsakteure zunehmen."
Angesichts der aktuellen Herausforderungen brauche es starke Allianzen und weniger Handelsbarrieren, sagte Nagel: "Ich appelliere an die US-Administration, die Tür für Gespräche im gemeinsamen Interesse offen zu halten. Deutschland und Europa sind Freunde der USA. In diesem Geiste können wir gemeinsam eine starke Zukunft gestalten."
09:07 Uhr
BDI wirbt für abgestimmte Reaktionen
Nach der Ankündigung des umfassenden US-Zollpakets wirbt der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) für ein abgestimmtes Vorgehen mit anderen Ländern. "Die EU muss jetzt ihre Allianzen mit anderen großen Handelspartnern stärken und sollte ihre Reaktion mit ihnen abstimmen", sagte Wolfgang Niedermark, Mitglied der BDI-Hauptgeschäftsführung. "Eine koordinierte Reaktion ist auch erforderlich, um Umleitungseffekten im internationalen Handel zu begegnen."
Niedermark sagte, die angekündigten Zölle seien "ein beispielloser Angriff auf das internationale Welthandelssystem, freien Handel und globale Lieferketten". Die Begründung für diese protektionistische Eskalation sei nicht nachvollziehbar, sie bedrohe exportorientierte Unternehmen und gefährde "Wohlstand, Stabilität, Arbeitsplätze, Innovationen und Investitionen weltweit".
Die EU sei nur geschlossen handlungsfähig, betonte Niedermark. "Die Strategie der Kommission, in Kenntnis der europäischen Stärken weiterhin verhandlungsbereit zu bleiben und auf mögliche Angebote flexibel zu reagieren, unterstützen wir."
09:03 Uhr
Maschinenbauer warnen vor Schäden auf beiden Seiten
Die deutschen Maschinenbauer warnen vor großen wirtschaftlichen Schäden wegen der globalen Zolloffensive der USA. "Die von US-Präsident Donald Trump angekündigten pauschalen Strafzölle von 20 Prozent auf alle Produkte aus der EU richten auf beiden Seiten des Atlantiks Schaden an", sagte Bertram Kawlath, Präsident des Branchenverbands VDMA. "Durch Strafzölle werden bilaterale Handelsprobleme nicht gelöst, sondern sie führen zu einer Spirale der Abschottung." Zölle zwischen der EU und den USA sollten nicht aufgebaut, sondern abgeschafft werden, mahnte er. "Denn sie schaden Produzenten und Konsumenten in beiden Regionen."
Rund 60 Prozent der VDMA-Mitglieder hätten in einer Umfrage bestätigt, dass sie sehr stark oder stark von den US-Strafzöllen betroffen sind, sagte Kawlath. Die genauen Folgen für die Branchen seien aber derzeit nicht abschätzbar.
2024 exportierte die Branche Maschinen und Anlagen im Wert von 27,4 Milliarden Euro in die USA. Sie waren damit größtes Bestimmungsland deutscher Maschinenexporte mit einem Anteil von 13,7 Prozent, gefolgt von China, so der VDMA. Fasse man aber die EU-Länder zusammen, seien sie mit einem Anteil von 43 Prozent deutlich wichtiger als die USA.
08:57 Uhr
Schweizer Bundespräsidentin reagiert gelassen
Die Schweiz ist im Vergleich mit ihren Handelspartnern besonders stark von geplanten neuen US-Zöllen betroffen: 31 Prozent kündigte US-Präsident Donald Trump an. Anders als die EU-Kommission reagierte die Regierung kühl: Der Bundesrat nehme die Zollentscheidung zur Kenntnis, schrieb Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter auf der Plattform X. "Er wird rasch das weitere Vorgehen festlegen." Im Vordergrund stünden die langfristigen wirtschaftlichen Interessen des Landes. "Treue zum internationalen Recht und Freihandel bleiben zentrale Werte."
08:51 Uhr
Britischer Wirtschaftsminister sieht in US-Zöllen "Bedrohung"
Der britische Wirtschaftsminister Jonathan Reynolds nannte die von US-Präsident Donald Trump angekündigten Einfuhrzölle "eine Bedrohung" für sein Land. Reynolds sagte gegenüber dem Sender Times Radio: "Alles, was das globale Handelssystem stört, ist eine Bedrohung für Großbritannien." US-Importe aus Großbritannien und Nordirland sollen zukünftig mit einem Zollsatz von zehn Prozent belegt werden.
08:44 Uhr
Frankreich kündigt Gegenmaßnahmen an
Die französische Regierung kündigt in Zusammenarbeit mit der Europäischen Union Gegenmaßnahmen in zwei Wellen für die von den USA verhängten Zölle an. Die erste Antwort werde Mitte April erfolgen und sich auf die von US-Präsident Donald Trump eingeführten Zölle auf Aluminium und Stahl beziehen, sagte Regierungssprecherin Sophie Primas gegenüber dem Sender RTL Radio.
Die zweite Antwort wahrscheinlich Ende April werde eine breitere Palette von Produkten und Dienstleistungen betreffen. "Wir sind bereit in diesem Handelskrieg."
08:40 Uhr
VDA warnt vor massiver Belastung für Autoindustrie
Der Verband der Automobilindustrie (VDA) rechnet mit immensen Auswirkungen der von US-Präsident Donald Trump angekündigten Zölle. Die Maßnahmen "markieren einen fundamentalen handelspolitischen Einschnitt", sagte VDA-Präsidentin Hildegard Müller. "Die angekündigten Maßnahmen sind zudem eine massive Belastung und Herausforderung sowohl für die Unternehmen als auch die globalen Lieferketten der Automobilindustrie."
Die Folgen der 25-Prozent-Zölle, die ab heute auf Pkw gelten, seien noch schwer einzuschätzen, so Müller weiter. "Klar ist allerdings schon jetzt, dass diese Entwicklung weltweit negative Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum haben wird. Das wird auch Arbeitsplätze betreffen." Die EU sei jetzt gefordert, geschlossen "und mit entsprechender Stärke" aufzutreten, müsse aber zugleich weiter Verhandlungsbreitschaft zeigen, forderte Müller.
Die USA sind ihr wichtigster Exportmarkt für die deutsche Autoindustrie. Laut VDA wurden 2024 fast 450.000 Fahrzeuge aus deutsche Produktion in die USA exportiert.
08:34 Uhr
Bitcoin verliert an Wert
Der Bitcoin hat mit Verlusten auf das US-Zollpaket reagiert. Allerdings konnte die älteste und bekannteste Kryptowährung der Welt die hohen Abschläge direkt nach der Ankündigung der weitreichenden Zölle durch US-Präsident Donald Trump am Vorabend zuletzt wieder reduzieren. Ein Bitcoin kostete am Morgen auf der Handelsplattform Bitstamp 83.550 US-Dollar und damit rund vier Prozent weniger als vor Trumps Pressekonferenz um 22 Uhr. In der Nacht war der Kurs bis auf gut 82.000 Dollar abgesackt.
08:31 Uhr
Zölle können laut Habeck zum Bumerang für USA werden
Die neuen US-Sonderzölle werden nach Einschätzung des geschäftsführenden Bundeswirtschaftsministers Robert Habeck zum Bumerang für die Vereinigten Staaten. Für die Verbraucher in den USA seien die weitreichenden Maßnahmen nicht der "Tag der Befreiung", wie von US-Präsident Donald Trump bezeichnet, sondern der "Tag der Inflation", sagte der Grünen-Politiker. "Die US-Zoll-Manie kann eine Spirale in Gang setzen, die auch Länder in die Rezession reißen kann und weltweit massiv schadet."
Man habe immer auf Verhandlungen gedrängt, nicht auf Konfrontation, ergänzte Habeck. "Es ist deshalb gut, dass die Europäische Kommission weiter auf eine Verhandlungslösung mit den USA zielt. Dazu bleibt noch etwas Zeit." Die EU werde eine ausgewogene, klare und entschlossene Antwort geben.
08:26 Uhr
Eurokurs steigt nach Ankündigung von US-Zollpaket
Der Euro hat nach der Zoll-Ankündigung von US-Präsident Donald Trump weiter zugelegt. Der Kurs für die Gemeinschaftswährung stieg in der vergangenen Nacht bis auf knapp 1,0925 US-Dollar. Zuletzt gab der Euro einen Teil der Gewinne wieder ab, kostete aber mit 1,0907 US-Dollar immer noch mehr als vor Trumps Pressekonferenz. Kurz davor hatte der Euro 1,0850 Dollar gekostet.
08:18 Uhr
Indien fürchtet um Exportrückgang bei Edelsteinen
Die US-Zölle in Höhe von 26 Prozent werden Indiens 32 Milliarden US-Dollar schwere Edelstein- und Schmuckindustrie belasten und zu einem starken Exportrückgang führen. "Der Zoll ist höher als erwartet", sagte Colin Shah, Geschäftsführer von Kama Jewelry, einem der führenden Diamantschmuckhersteller Indiens, gegenüber Reuters. Das werde den Export beeinträchtigen. Auf die USA entfallen fast zehn Milliarden US-Dollar oder 30,4 Prozent von Indiens jährlichen Edelstein- und Schmuckexporten.
08:09 Uhr
Goldpreis steigt auf Rekordhoch
Die US-Zollpolitik hat den Goldpreis in der Nacht erneut auf ein Rekordhoch getrieben. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor sein Zollpaket verkündet. In der vergangenen Nacht ist die Notierung für eine Feinunze (etwa 31,1 Gramm) an der Börse in London auf 3.167,84 US-Dollar gestiegen, zuletzt notierte der Kurs etwas darunter.
Gold, dessen Handel nicht von Zöllen betroffen ist, hat sich damit in diesem Jahr bereits um ein Fünftel verteuert, nachdem der Preis für das Edelmetall in den drei Jahren davor bereits um fast die Hälfte gestiegen war. Neben der Unsicherheit infolge von Kriegen und Konflikten ist einer der Kurstreiber auch die US-Zollpolitik.
Investoren setzen in unruhigen Zeiten unter anderem auf Gold. Die außerordentliche hohe Nachfrage, die zu einer Wertschätzung von Gold bei Investoren weit über einem sonst normalen Niveau geführt hat, werde weiter Bestand haben, meint Deutsche-Bank-Experte Michael Hsueh gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Zusätzliche Nachfrage sei etwa von Zentralbanken und auch von chinesischen Versicherungen zu erwarten.
07:50 Uhr
Norwegen will mit USA verhandeln
Norwegen wird laut Ministerpräsident Jonas Gahr Store versuchen, mit den Vereinigten Staaten über die von US-Präsident Donald Trump verhängten Zölle zu verhandeln, sagte Store dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk NRK. US-Importe aus Norwegen sollen zukünftig mit einem Zollsatz von 15 Prozent belegt werden.
07:41 Uhr
Taiwan hält US-Zölle für "unangemessen"
Taiwans Regierung hält die von den USA erhobenen Zölle für unangemessen und will mit der US-Regierung darüber sprechen. Taiwanische Produkte werden mit einem Zoll von 32 Prozent belegt, ausgenommen sind Halbleiter. Die taiwanische Regierung erklärt, sie bedauere die "unangemessenen" US-Zölle, werde sich um eine Klärung bemühen und die Gespräche mit Washington fortsetzen, um sicherzustellen, dass die Interessen Taiwans geschützt werden.
07:37 Uhr
BGA-Präsident Jandura gegen Boykott von US-Waren
Außenhandelspräsident Dirk Jandura rät von Boykottaufrufen gegen amerikanische Waren als Reaktion auf die von US-Präsident Donald Trump angekündigten hohen Importzölle ab. "Als Händler halte ich von grundsätzlichem Boykott wenig", sagte der Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) der Nachrichtenagentur Reuters. Er glaube nach wie vor an die vielen Vorteile und Errungenschaften des freien internationalen Handels.
"Bei diesen Boykottaufrufen, die sich auch in den sozialen Medien so schnell verbreiten, muss man zudem vorsichtig sein", betonte Jandura. "Viele der vermeintlich amerikanischen Produkte werden zum Teil oder ganz hier in Deutschland produziert. Da trifft man dann letztendlich deutsche Unternehmer und Arbeitnehmer."
07:24 Uhr
EU-Ratspräsident für Abkommen mit anderen Ländern
Die Europäische Union sollte nach den Worten von EU-Ratspräsident Antonio Costa nach den neuen US-Zöllen Freihandelsabkommen mit anderen Ländern abschließen. "Wir werden mit allen unseren Partnern zusammenarbeiten und unser Handelsnetz weiter stärken und ausbauen. Jetzt ist es an der Zeit, die Abkommen mit Mercosur und Mexiko zu ratifizieren und die Verhandlungen mit Indien und anderen wichtigen Partnern entschlossen voranzutreiben", schrieb Costa in einem Beitrag auf der Plattform X.
07:21 Uhr
Russland fehlt wegen Sanktionen auf Trumps Zölle-Liste
Die von US-Präsident Donald Trump verkündeten Strafzölle treffen eine Liste von 185 Handelspartnern - Russland fehlt darauf, im Gegensatz etwa zur Ukraine. Zur Erklärung führte Trumps Sprecherin Karoline Leavitt der US-Nachrichtenseite Axios gegenüber an, dass Russland nicht berücksichtigt wurde, weil US-Sanktionen bereits "jeden bedeutenden Handel ausschließen".
Der Handel zwischen Russland und den USA schrumpfte nach Daten des United States Census Bureaus im Vergleich zu der Zeit vor dem Angriffskrieg auf die Ukraine tatsächlich stark zusammen - von rund 36 Milliarden US-Dollar an Ein- und Ausfuhren von Waren im Jahr 2021 auf rund 3,5 Milliarden Dollar im Jahr 2024. Neben den bestehenden US-Sanktionen gegen Russland drohte Trump vor Kurzem auch damit, die Käufer russischen Öls mit Strafzöllen zu belegen.
07:10 Uhr
Pharmakonzern Novartis für "konstruktive Zusammenarbeit" mit US-Regierung
Der Schweizer Pharmakonzern Novartis will die neue US-Zollpolitik und ihre möglichen Auswirkungen bewerten. "Wir setzen uns für eine konstruktive Zusammenarbeit mit der Trump-Administration und dem US-Kongress ein, um sicherzustellen, dass die Entwicklung der nächsten Generation von Medikamenten und ein angemessener Zugang für Patienten gefördert werden", erklärt das Unternehmen.
US-Importe aus der Schweiz sollen laut US-Präsident Donald Trump zukünftig mit einem Zollsatz von 31 Prozent belegt werden. Der Schweizer Wirtschaftsdachverband bezeichnet die neuen US-Zölle als "schädlich und unbegründet". "Für die Schweizer Exportwirtschaft bedeutet die heutige handelspolitische Eskalation eine ernsthafte Belastung", erklärt der Verband Economiesuisse.
07:01 Uhr
Macron lädt Branchenvertreter in Élysée-Palast
Der französische Präsident Emmanuel Macron hat Vertreter sämtlicher Branchen, die von den US-Zöllen betroffen sind, in den Élysée-Palast eingeladen. Das Treffen soll im Laufe des Tages stattfinden, wie das französische Präsidialamt mitteilt.
06:58 Uhr
China droht mit Gegenmaßnahmen für Zölle
China hat den USA nach der Verkündung weiterer Zölle durch Präsident Donald Trump mit Gegenmaßnahmen gedroht. Die Volksrepublik habe die Ankündigung wechselseitiger Zölle zur Kenntnis genommen und lehne diese entschieden ab, teilte das Handelsministerium in Peking mit. China werde entschlossen Gegenmaßnahmen ergreifen, um seine Rechte und Interessen zu schützen.
Bereits vor der Ankündigung hatten die USA Waren aus China, der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt, mit 20 Prozent Zöllen belegt, worauf Peking mit eigenen Maßnahmen reagierte. Nun treffen die Volksrepublik zusätzlich Aufschläge von 34 Prozent, was die Zollbelastung für viele Produkte aus Fernost in Summe auf mehr als 50 Prozent steigen lässt.
Die wechselseitigen Zölle, die auf "subjektiven und einseitigen Einschätzungen der USA" beruhten, stünden nicht im Einklang mit den internationalen Handelsregeln, kritisierte das chinesische Handelsministerium. "Rechte und Interessen der betroffenen Parteien" würden untergraben, es handele sich um eine "typisch einseitige Art der Schikane". Die Behörde forderte die US-Regierung auf, ihre Zölle unverzüglich aufzuheben und Differenzen im Dialog zu lösen.
06:55 Uhr
Ab heute Zölle auf Autoimporte in Höhe von 25 Prozent
Die von US-Präsident Donald Trump angekündigten pauschalen Zölle auf Autoimporte in Höhe von 25 Prozent sind heute in Kraft getreten. Die Aufschläge auf im Ausland hergestellte Autos und leichte Nutzfahrzeuge gelten seit 12.01 Uhr (Ortszeit, 06.01 MESZ). Spätestens am 3. Mai fallen einer Mitteilung des Bundesregisters zufolge auch Autoteile darunter.
Die Autozölle werden laut der Nachrichtenagentur Reuters jährlich Fahrzeuge und Autoteile im Wert von fast 600 Milliarden Dollar betreffen. Zudem erstrecken sich die Importgebühren auch auf alle Computer. Das gehe aus einer Analyse von Zollcodes hervor, die gestern in einer Bekanntmachung des Bundesregisters veröffentlicht wurde.
06:38 Uhr
Asiatische Börsen rutschen ab
An den asiatischen Börsen sind die Aktienkurse am Donnerstag nach US-Präsident Donald Trumps neuesten Zollankündigungen stark abgerutscht. Die Anleger flüchteten sich in Anleihen und Gold. Der Technologiesektor wurde mit neuen Zöllen von über 30 Prozent auf Produktionsstandorte in China und Taiwan überrollt, sodass sich die neuen Abgaben auf 54 Prozent auf Importe aus China summieren. "Der effektive US-Zollsatz auf alle Importe dürfte den höchsten Stand seit über einem Jahrhundert erreichen", sagte Ben Wiltshire, Welthandelsstrategist bei der Citibank.
Der japanische Aktienindex Nikkei ist im frühen Handel am Donnerstag zunächst um mehr als vier Prozent eingebrochen und fiel auf ein Achtmonatstief, nachdem Trump eine Zollbelastung von 24 Prozent auf japanische Waren angekündigt hatte. Auch die Aktien der großen japanischen Autohersteller rutschten nach den Hiobsbotschaften aus den USA tief in den Keller: Toyota sank um sechs Prozent, Nissan um 6,3 Prozent und Honda um 4,8 Prozent.