
Den mit Marschflugkörpern bestückten Bomber Tu-22M3 setzt das russische Militär immer wieder für Angriffe auf zivile Objekte in der Ukraine ein. Nun stützt erneut ein Flugzeug dieses Typs in der Oblast Irkutsk ab - nur wenige Monate nach einem ähnlichen Vorfall in derselben Region.
Ein russischer Mittelstreckenbomber vom Typ Tupolew Tu-22M3 ist bei einem Übungsflug in Sibirien abgestürzt. Das teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Die vierköpfige Besatzung habe sich aus dem Flugzeug katapultiert, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf das Militär.
Der Absturz ereignete sich über unbewohntem Gebiet in der Region Irkutsk, und das Flugzeug ging nach dem Aufprall in Flammen auf, hieß es weiter. Als Ursache des Unfalls wird ein technisches Versagen vermutet.
Russland setzt den mit Marschflugkörpern bestückten Tu-22M3-Bomber (NATO-Bezeichnung Backfire-C) immer wieder für Angriffe auf Wohnhäuser und Infrastrukturziele in der Ukraine ein. Diese Angriffe haben zahlreiche zivile Opfer gefordert. Unter anderem wurde der Bomber für den Angriff auf ein Einkaufszentrum in Krementschuk im Juni 2022 verwendet, bei dem 22 Menschen ums Leben kamen und mehr als 60 verletzt wurden. Bei einem Angriff auf ein Mehrfamilienhaus in Dnipro im Januar 2023 starben 46 Menschen, 75 weitere wurden verletzt.
Die Region Irkutsk, in der der Vorfall stattfand, liegt mehr als 4.500 Kilometer von der Frontlinie in der Ukraine und mehr als 4.000 Kilometer östlich von Moskau entfernt. Die Regierung in Kiew äußerte sich nicht zu dem Vorfall.
Zeugen berichteten, dass sie eine Explosion hörten, gefolgt von einem hellen Lichtblitz und einem Feuer. Laut dem Telegrammkanal Mash, der den russischen Sicherheitskräften nahesteht, wurde bei dem Absturz eine Stromleitung beschädigt, was in nahegelegenen Siedlungen zu Stromausfällen führte.
Dies ist bereits der zweite Absturz eines Tu-22M3-Bombers in der Oblast Irkutsk innerhalb von acht Monaten. Mitte August des vergangenen Jahres stürzte ein Tu-22M3 während eines Übungsflugs in der Region ab. Auch bei diesem Vorfall konnten sich alle vier Piloten retten, einer kam jedoch ums Leben.