„Ein MINECRAFT Film“ nimmt sich selbst nicht zu ernst – und das ist gut so. Denn das 101-minütige Werk manifestiert eine Hommage an die Kindheit und das Träumen.
Mit dem neuen „Minecraft“-Film reisen wir in die Block-Art-Welt des gleichnamigen Videospiels. Dort muss sich ein fünfköpfiges Team dem Schrecken der machthungrigen Unterwelt stellen. Gemeinsam mit unserem 9-jährigen Kinderredakteur Noah habe ich mich diesem fantasievollen Abenteuer hingegeben – und wir wurden nicht enttäuscht. Warum das bei Videospielverfilmungen nicht selbstverständlich ist, erfahrt ihr im Video:
„Ein MINECRAFT Film“ ist albern, laut und bunt – aus gutem Grund
Zugegeben, bei einer Länge von knackigen 101 Minuten lässt sich „Ein MINECRAFT Film“ relativ viel Zeit, ehe sich Steve (Jack Black), Garrett (Jason Momoa), Henry (Sebastian Hansen), Natalie (Emma Myers) und Dawn (Danielle Brooks) ihrer Mission zwischen Oberwelt und Nether widmen. Doch die Vorgeschichte ist ebenso wichtig wie jeder einzelne Charakter der Videospielverfilmung. Das sieht auch Noah so: „Langeweile gibt es nicht.“
Durch die verschiedenen Generationen der zusammengewürfelten Truppe gelingt es sowohl unserem Kinderredakteur als auch mir als erwachsener Begleitperson, mich auf die „Minecraft“-Kulisse einzulassen. Während sich Noah über die ikonischen Geräusche der Villager und die tollpatschigen Piglins amüsiert, habe ich meinen Spaß mit etwaigen Anspielungen auf Gaming- und Filmwelt.
Damit gelingt „Ein MINECRAFT Film“ der Spagat, den ich bei vielen anderen Kinderfilmen vermisse: Vorrangig richtet sich das Werk natürlich an das junge Publikum, das durchgängig Spaß hat, wie das laute Kinderlachen im Kinosaal beweist. Gleichzeitig nimmt der Film aber die Rolle einer unterhaltsamen Komödie ein, in der ich als Erwachsene daran erinnert werde, das Leben humorvoll anzugehen.
„Ein MINECRAFT Film“ ist unfassbar albern, laut und bunt – und das muss er meiner Meinung nach auch sein. Denn dadurch kitzelt er das innere Kind in jedem von uns, das die Welt – und diesen Film – einst mit anderen Augen gesehen hat. Von diesen ganz persönlichen Zeigefinger-Momenten ist Noah zum Glück noch weit entfernt. Er begeistert sich stattdessen für den „Eisen-Golem mit Turbostiefeln, weil er so stark ist“.
„Minecraft“-Magie: So wäre der Film noch besser gewesen
Mit einer Geschichte über Mut, Freundschaft und Kreativität – oder, wie es unser Kinderredakteur zusammenfasst: „ein verrücktes Hexenschwein, das die Weltherrschaft übernehmen will“ – hat uns „Ein MINECRAFT Film“ einen amüsanten Nachmittag im Kino beschert. Als ich Noah frage, wie er den Film fand, antwortet er:
„Das hat mir gut gefallen! Es war witzig und es ist viel passiert. Als Schulnote würde ich eine 2+ geben.“
Da bin ich ganz seiner Meinung. Einzig den parallel verlaufenden Handlungsstrang zwischen Schulleiterin Marlene (Jennifer Coolidge) und dem entflohenen Villager hätte es für mich nicht gebraucht. Das überraschend sexualisierte (!) Szenario bietet aus meiner Sicht keinerlei Mehrwert und kann auch nicht mit dem Humor mithalten, der sich derweil in der Oberwelt abspielt.
Dass es keinen Villager braucht, um die „Minecraft“-Magie in die reale Welt zu holen, beweisen schlussendlich Steve, Garrett, Dawn, Natalie und Henry höchstpersönlich. Sie alle verfolgen wieder einen Traum, den sie längst hinter sich gelassen haben – und das hat sowohl auf mich als auch auf Noah einen bleibenden Eindruck hinterlassen.
Wenn ihr euch selbst ein Bild von „Ein MINECRAFT Film“ machen wollt, könnt ihr das Spektakel ab sofort im Kino sehen.