
Bisher hält die Wagenburg US-Regierung, doch nun bekommt sie erste Risse. Berichten zufolge soll Präsident Trump Mitarbeiter des Nationalen Sicherheitsrats entlassen oder versetzt haben. Pikant dabei: Eine Verschwörungsideologin liefert ihm angeblich die Namensliste.
Eine ultrarechte Verschwörungsideologin soll US-Präsident Donald Trump überredet haben, mehrere Mitglieder seines Nationalen Sicherheitsrats zu feuern. Die Aktivistin Laura Loomer habe Mitarbeiter bei einem Treffen mit Trump beschuldigt, nicht loyal genug gegenüber dem Präsidenten zu sein, berichteten der Sender CNN und andere Medien. Insider sagten Reuters, den Betroffenen sei erklärt worden, es gebe Probleme mit der sogenannten Hintergrundüberprüfung, also ob sie als Geheimnisträger geeignet seien. Hintergrund der Entlassungen sollen laut einem Insider Durchstechereien an Medien sein. Der Nationale Sicherheitsrat lehnte eine Stellungnahme ab.
Zwei Insider sagten, einige Entlassungen seien bereits vor dem Treffen von Loomer mit Trump erfolgt. Allerdings sagten mehrere Personen, Loomer habe Trump eine Liste von Mitarbeitern des Sicherheitsdienstes vorgelegt, die sie für illoyal hielt. Loomer kommentierte ihr Treffen mit Trump auf X mit dem Satz: "Es war mir eine Ehre, mich mit Präsident Trump zu treffen und ihm meine Forschungsergebnisse zu präsentieren."
Die "New York Times" sprach von sechs Entlassungen, andere Mitarbeiter seien versetzt worden. Zu den Gefeuerten soll der leitende Direktor im Sicherheitsrat, David Feith, gehören. Er ist für Technologie und nationale Sicherheit zuständig. Gehen soll auch der leitende Direktor für Geheimdienstangelegenheiten, Brian Walsh. Auf der Abschussliste steht demnach auch der Fachmann für legislative Angelegenheiten, Thomas Boodry. Bei einem 30 Minuten langen Treffen habe Loomer die Mitarbeiter vor den Augen des Präsidenten und des Nationalen Sicherheitsberaters Mike Waltz heruntergemacht. An dem Treffen habe auch Trumps Vize J.D. Vance teilgenommen.
Trump sehr verärgert über Signal-Gate
So soll sich der Nationale Sicherheitsberater der USA, Mike Waltz, mehrfach über Sicherheitsvorschriften beim Umgang mit vertraulichen Informationen hinweggesetzt haben. Waltz hatte Angriffspläne des US-Militärs auf Huthi-Stellungen im Jemen mit hochrangigen Regierungsmitarbeitern in einer als nicht abhörsicher geltenden Chatgruppe im Kurznachrichtendienst Signal erörtert. Durch ein Versehen wurde ein Journalist in die Gruppe aufgenommen, der die Sache öffentlich machte. Präsident Donald Trump soll sehr verärgert über das anschließende Medien-Echo gewesen sein. Zwei Insider sagten Reuters, zeitweilig habe der Stuhl von Waltz gewackelt. Mittlerweile habe er jedoch wieder das Vertrauen des Präsidenten.
Die "New York Times" sprach von einem bemerkenswerten Treffen, bei dem eine Verschwörungsideologin, die selbst vielen aus Trumps Bewegung als zu extrem gilt, mehr Einfluss auf Trump gehabt habe als Waltz, der den Nationalen Sicherheitsrat leitet. Zu den Entlassenen gehört den Berichten zufolge auch ein führender Mitarbeiter für Geheimdienste im Nationalen Sicherheitsrat.
Loomer hatte Trump schon im Wahlkampf unterstützt. Sie schrieb unter anderem auf der Plattform X in Anspielung auf die Abstammung der Präsidentschaftskandidatin Kamala Harris, sollte die Demokratin die Wahl gewinnen, dann werde "das Weiße Haus nach Curry riechen" und Reden in der Regierungszentrale würden "über ein Callcenter abgewickelt". Harris' Mutter stammt aus Indien. Ihr Vater stammt aus Jamaika. Harris selbst wurde 1964 aber im amerikanischen Oakland geboren.
Loomer hatte zudem spekuliert, der damalige demokratische Präsident Joe Biden habe hinter einem Attentat auf Trump gesteckt. Früher hatte sie bereits behauptet, die islamistischen Anschläge in New York und Washington vom 11. September 2001 seien ein Inside-Job, also durch Kräfte innerhalb der USA selbst, ausgeführt worden.