Die erste Horrorkomödie des Jahres startete im Kino. Auf welcher Kurzgeschichte die Verfilmung „The Monkey“ basiert und ob sie überzeugt, erfahrt ihr hier.
Den diesjährigen Kinoauftakt in Sachen Horrorkomödie legt „The Monkey“ hin. Die Steven-King-Verfilmung handelt von einer tragischen Familiengeschichte zweier Brüder – genauer gesagt von den Zwillingsbrüdern Hal und Bill (Theo James). Die Erzfeinde verbindet nichts miteinander bis auf ein tödliches Geheimnis und ein grauenvolles Spielzeug – ein Trommelaffe. Ob der neue Horrorschocker von Osgood „Oz“ Perkins („Longlegs“) auf großer Leinwand überzeugen kann und auf welcher Kurzgeschichte das Ganze überhaupt basiert, erfahrt ihr hier spoilerfrei.
„The Monkey“ ist ab sofort im Kino. Einen ersten Eindruck von dem Film erhaltet ihr mit diesem Trailer:
Auf welcher Kurzgeschichte basiert „The Monkey“?
Oz Perkins hat sich die Idee zum grusligen Spielzeugaffen von niemand Geringerem als Stephen King selbst geholt. „The Monkey“ basiert auf der gleichnamigen Kurzgeschichte (zu Deutsch „Der Affe“), die erstmals 1980 in einer Zeitschrift für Erwachsene veröffentlicht wurde. Später fasste der Horrormeister King diese und weitere Kurzgeschichten in „Blut – Skelekton Crew“ zusammen.
Wenn ihr nun spoilerfrei wissen wollt, ob die Romanverfilmung eure Zeit wert ist, solltet ihr unbedingt weiterlesen.
Überzeugender Cast in „The Monkey“
Ob Theo James („Die Bestimmung – Divergent“) in seiner Doppelrolle als Bill und Hal oder Christian Convery („Sweet Tooth“) als jüngere Version der Brüder – schauspielerisch gibt es hier nichts auszusetzen. Beide liefern starke Performances, auch wenn man in Sachen Tiefgang keine Wunder erwarten sollte. Auch die kurzen, prominenten Gastauftritte, darunter „Herr der Ringe“-Star Elijah Wood, sorgen für Wiedererkennungswert.
„The Monkey“ versagt bei Genre-Mix
Der Trailer zu „The Monkey“ versprach ein lustiges Horrorerlebnis zu werden. Der Film startete gut und ich machte mich auf lustige und gleichzeitig brutale Szenen gefasst. Leider verzettelte sich der Film aber mit der Zeit und entwickelte sich eher zu einem Familiendrama, das mit komödiantischen Splatterelementen gespickt war. Das Genre-Crossover hätte für mich durchaus funktionieren können, wäre ich nicht mit anderen Erwartungen ins Kino gegangen – es fehlte dem Film an einer klaren Ausrichtung.
Zu wenig Horror und viel Drama in „The Monkey“
Die dysfunktionale Familie, die eigentlich das emotionale Zentrum der Geschichte bildet, verhindert mit unter die Leichtigkeit, die eine gelungene Komödie benötigt. Gleichzeitig bleibt der Horror-Aspekt blass – insbesondere die Figur des Affen entfaltet nicht die erhoffte bedrohliche Wirkung, da er nicht immer das tragende Element der Handlung ist.
Stattdessen steht der Konflikt zwischen den Zwillingsbrüdern und die väterliche Abwesenheit im Mittelpunkt, wodurch die gruslig gemeinte Affenfigur im Horrorkomödienbereich nicht wirklich zur Geltung kommt. Gleichzeitig fehlt es den Charakteren an Tiefe, was eine emotionale Bindung zu den Figuren verhindert – für eine Horrorkomödie weniger wichtig, für ein Drama dafür schon wieder umso mehr.
„The Monkey“: Unerwartet unkonventionell
Die uneindeutige Ausrichtung bedeutet jedoch nicht, dass „The Monkey“ überhaupt nicht funktioniert. Lässt man sich auf das „Experiment“ von Oz Perkins ein, kann „The Monkey“ Spaß machen. Einmal losgelöst von den Genre-Konventionen überraschte mich der Film dann nämlich doch mit seiner unkonventionellen Art und seiner Unvorhersehbarkeit.
Damit holte mich die Stephen-King-Verfilmung über die skurrile Schiene ab, was mich zeitweise auch an die Filmreihenklassiker wie „Final Destination“ und „Scary Movie“ erinnerte – ähnlich schräg und makaber, aber wenig gruselig und mit eigensinnigem Humor, der hier und da für Lacher sorgte aber auch nicht immer die Mundwinkel nach oben zog.
Kurz gesagt: Überspitzte Todesfälle und makabere Szenen sorgten für Lacher und machten Spaß, dennoch blieb der Film am Ende hinter meinen Erwartungen zurück.