4 hours ago

Streit um Moderation: Thilo Mischke äußert sich erstmals zu Vorwürfen und übt scharfe Kritik



Der Journalist und Autor Thilo Mischke spricht über die Vorfälle rund um seine gescheiterte Verpflichtung als "ttt"-Moderator in der ARD. Für ihn sei die Sache noch nicht geklärt.

Der Journalist Thilo Mischke hat sich erstmals zu der Debatte rund um seine gescheiterte Verpflichtung als Moderator der ARD-Kultursendung "Titel, Thesen, Temperamente" (ttt) geäußert. In einem Interview der "Zeit" übte Mischke scharfe Kritik: "Die ARD hat versagt".

Der Journalist und Autor Mischke sollte ab Februar neuer Co-Moderator von "ttt" werden. Dann kamen von außen Vorwürfe unter anderem des Sexismus auf, die sich auf die Vergangenheit bezogen. Es ging dabei vor allem um Mischkes Roman "In 80 Frauen um die Welt" aus dem Jahr 2010. Nachdem die ARD zunächst an Mischke festgehalten hatte, machte sie, als die Kritik immer lauter wurde, einen Rückzieher.

Thilo Mischke: Habe umstrittenes Buch im Vorfeld kommuniziert

Betroffen zeigte sich Mischke im Interview unter anderem über den Umgang der ARD mit der Kontroverse. "Mir ist wichtig zu betonen, dass ich das umstrittene Buch offen mit der ARD im Vorfeld kommuniziert habe", sagte er. "Ich habe darauf hingewiesen, welche Problematik damit verbunden sein könnte. Es hat niemanden interessiert."

Eine Sprecherin der ARD sagte auf Anfrage dazu: "Zu Details können wir wegen des laufenden internen Aufarbeitungs-Prozesses nichts sagen." "ttt" zählt zu den bekanntesten Kultur-Formaten der ARD.

Dass Mischke den Job los ist, habe er über seinen Anwalt erfahren. Für ihn sei die Sache noch nicht geklärt. Ob er sich in einem Rechtsstreit mit der ARD befinde, wollte er nicht beantworten.

Erneute Distanzierung vom Buch

Inhaltlich räumte Mischke Fehler ein und distanzierte sich erneut von den problematischen Darstellungen in seinem Buch. "Viele Beschreibungen, die ich für Frauen in diesem Buch gewählt habe, sind sexistisch und rassistisch", sagte er. Die zugrunde liegende Geschichte sei jedoch fiktional – auch wenn das nicht klar genug kommuniziert worden sei. "Seit 2010 entschuldige ich mich immer wieder für den Titel oder den Inhalt, in unterschiedlichen Ausprägungen und Medien."

Gesamten Artikel lesen

© Varient 2025. All rights are reserved