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Pedro Pascal wird 50: Vom Kellner zur Vaterfigur Hollywoods



Mit entwaffnender Offenheit, viralen Memes und tiefgründigen Rollen hat Pedro Pascal die Herzen von Fans und Kritikern erobert.

Von einem Erfolg über Nacht kann man bei Pedro Pascal nicht sprechen. Der chilenisch-amerikanische Schauspieler erarbeitete sich seinen Erfolg über zwei Jahrzehnte lang.

Seine ersten Vorstellungen gab er im Alter von sechs Jahren - wenn er seiner Mutter, einer Psychologin, von seinen Träumen berichtete. "Das war immer eine wunderbare Gelegenheit, um sich fantastische Geschichten auszudenken", erinnerte sich Pascal im Interview mit "GQ". Allerdings beunruhigte es seine Mutter, dass ihr Sohn lieber in seiner Fantasiewelt lebte, als in der Realität.

Bis Mitte 30 arbeitete er nebenbei als Kellner

Die Sorgen waren nicht ganz unbegründet. Bis Mitte 30 versuchte Pascal sich in New York als Kellner über Wasser zu halten, während er sich von Gastrollen in "Buffy" zu kleineren Rollen in Serien wie "The Good Wife" und "Mentalist" hangelte. Was manchmal so schlecht lief, dass er und sein geliebter Hund Greta sich von Käsekuchen ernährten, die sie in einem Cafe in der Nähe seiner Wohnung geschenkt bekamen.

2014 kam dann die Rolle, die sein Leben veränderte. In der vierten Staffel von "Game of Thrones" stand Pascal plötzlich als heißblütiger Prinz Oberyn Martell im Bordell von Kings Landing, wo er sich zusammen mit seiner Geliebten sowohl Männern als auch Frauen hingab, wenn er nicht gerade Rache übte. Die Serie war damals auf ihrem Zuschauerrekord (was sich noch deutlich steigern sollte) und bescherte dem sympathischen Schauspieler seinen späten Durchbruch.

Hollywoods liebster Daddy

Nachdem er in der Fantasy-Serie eine unvergesslich grausame Todesszene hingelegt hatte, folgten für ihn die Hauptrollen in der Star-Wars-Serie "The Mandalorian" und der Computerspielverfilmung "The Last of Us". Sie brachten ihm nicht nur internationale Anerkennung, sondern machten ihn zu Hollywoods "favourite Daddy". Der Hype um Pascal als toughe und gleichzeitig sensible Vaterfigur gipfelte in kultigen Internet-Memes und Liebesbekundungen von Fans auf der ganzen Welt, die sich in diesen Zeiten wohl vermehrt nach einem älteren Beschützer mit Herz sehnen.

Seitdem ist alles anders. Seit 2018 ist er Teil der Academy of Motion Picture Arts and Sciences, die jährlich die Oscars vergibt. 2023 wurde er vom "Time"-Magazin zu den 100 einflussreichsten Menschen der Welt gezählt. Bei den Emmy Awards im selben Jahr war er der erste Schauspieler aus Lateinamerika, der jemals in einem Jahr dreimal nominiert war. 2024 spielte er in Ridley Scotts "Gladiator II" mit. Und auch die LGBTQ+-Szene liebt den Schauspieler, der sich regelmäßig für sie einsetzt: 2024 wurde er von den Usern der Dating-App Grindr zum heißesten Mann des Jahres gewählt.

Zwiespältiges Verhältnis zum Ruhm

Die Öffentlichkeit und besonders das Internet kann nicht genug bekommen von dem Schauspieler, der Keanu Reeves langsam den Thron als sympathischster Hollywood-Star streitig macht. In Interviews bewundert er ausführlich die Nägel von Journalistinnen, er spricht offen über seine Panikattacken auf dem roten Teppich und begegnet seinem kuriosen Daddy-Image bei Graham Norton (61) lachend mit den Worten: "Ich nehm alles!"

Auf seinen plötzlichen, großen Erfolg angesprochen, versucht Pascal meistens, das Thema zu wechseln und richtet das Scheinwerferlicht lieber auf seine Kollegen und Kolleginnen. Sein Verhältnis zum Ruhm nennt er "zwiespältig" und vergleicht ihn mit dem Wunsch eines kleinen Kindes, nach ständiger Aufmerksamkeit: "Wenn sie die Aufmerksamkeit dann bekommen, fühlt sich das nicht natürlich an."

Im wahren Leben ist der Darsteller kein Vater, tatsächlich ist Pedro Pascal bisher ausschließlich als Single aufgetreten. "Sie war die Liebe meines Lebens", sagte er einzig und allein über seinen Hund Greta. Und warnt in einem Interview mit "Flaw" vor einem Zusammenleben mit sich: "Ich kann ganz schön bestimmend sein. Ich muss meine ganze Menschlichkeit zusammenkratzen, um nicht jeden Abend meine Filmauswahl durchzuboxen."

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