
marktbericht
Trotz des Rückenwinds durch die US-Notenbank Fed halten sich die Anleger heute zunächst zurück. Der DAX dürfte sich zum Handelsstart kaum bewegen, weitere Gewinnmitnahmen sind nicht ausgeschlossen.
Der Broker IG indizierte den DAX vor Beginn des Xetra-Handels unbewegt zum Vortagesschluss bei 23.288 Zählern. Gestern hatten Anleger nach einem Rekordhoch am Dienstag Kursgewinne eingestrichen, der deutsche Leitindex schloss 0,4 Prozent schwächer bei 23.288 Punkten.
Ein Unsicherheitsfaktor aus Sicht der Investoren ist nach wie vor die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump. "Sein unberechenbarer Ansatz erhöht die geopolitischen Risiken und destabilisiert die globalen Märkte, während Zölle die Inflation in die Höhe treiben und das Wachstum in den USA hemmen könnten", sagte Michaël Lok, Chefanlagestratege des Vermögensverwalters UBP.
Etwas Unterstützung kommt von der US-Notenbank Federal Reserve. Die Notenbanker beschlossen gestern zwar, den Schlüsselsatz in der Spanne von 4,25 bis 4,50 Prozent zu halten. Dennoch hob die Aussicht, dass die Fed in diesem Jahr noch zwei Zinssenkungen vornehmen könnte, die Stimmung der Anleger.
Da die Fed weiterhin mindestens zwei Leitzinssenkungen bis zum Jahresende erwarte, was von manchen Analysten vorher angezweifelt worden sei, erhielten die Aktienbörsen kräftigen Rückenwind, sagt Ulrich Stephan, Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden bei der Deutschen Bank.
Michael Heise, Chefökonom von HQ Trust, unterstreicht die Bedeutung der US-Handelspolitik: "Sollten die Zollandrohungen nur in geringem Umfang umgesetzt werden, wird sich die Notenbank stärker auf die Konjunktur und die Beschäftigung konzentrieren und die Zinsen im Verlauf des Jahres deutlich absenken können."
Die Fed-Aussichten sind bei den Anlegern an der Wall Street gut angekommen. Der US-Standardwerteindex Dow Jones hatte sich gestern mit einem Plus von 0,9 Prozent bei 41.964 Punkten aus dem Handel verabschiedet. Der breit gefasste S&P 500 gewann 1,1 Prozent auf 5.675 Zähler, und der technologielastige Nasdaq zog um 1,4 Prozent auf 17.750 Stellen an.
Die Shanghaier Börse hat sich am Morgen kaum bewegt. Der dortige Leitindex blieb fast unverändert bei 3.424 Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen fiel um 0,4 Prozent auf 3.994 Punkte. An der japanischen Börse wurde dagegen nicht gehandelt.
China hatte zum fünften Mal in Folge die Leitzinsen stabil gehalten und damit die Markterwartungen erfüllt. Wang Qing, Chef-Makroanalyst bei Golden Credit Rating, sagte: "Die Auswirkungen des Handelskrieges sind noch nicht offensichtlich, und die Notwendigkeit und Dringlichkeit einer Zinssenkung sind nicht hoch."
Das bereinigte RWE-Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen brach im vergangenen Jahr um mehr als ein Viertel auf rund 5,7 Milliarden Euro ein. Vom Unternehmen befragte Analysten hatten allerdings im Mittel einen noch stärkeren Rückgang erwartet. 2025 soll das operative Ergebnis dann zwischen 4,55 und 5,15 Milliarden Euro liegen.
Von 2025 bis 2030 will RWE nun 35 Milliarden Euro investieren und damit 10 Milliarden weniger als bislang geplant. Als Grund nannte RWE gestiegene Unsicherheiten, Engpässe in der Lieferkette, geopolitische Risiken und höhere Zinsen.
Mercedes-Konzernchef Ola Källenius hat im Handelsstreit zwischen den USA und der EU für den Wegfall aller Zölle auf Autos plädiert. "Heute fallen für jeden Pkw aus den USA beim Import in Europa Gebühren von zehn Prozent an, umgekehrt sind es 2,5 Prozent. Lasst uns doch diese Zölle beidseitig auf null absenken. Das wäre Reziprozität und würde Wachstum schaffen, statt es zu ersticken", sagte Källenius im Interview mit dem "Handelsblatt".
US-Präsident Donald Trump hat einen ähnlichen Vorschlag allerdings bereits in seiner ersten Amtszeit 2018 als unzureichend abgelehnt. Zuletzt hatte Trump sogar angekündigt, ab 2. April auf Autos aus europäischer Produktion einen Importzoll von 25 Prozent zu verhängen.
Der japanische Technologie-Investor SoftBank hat die Übernahme des US-amerikanischen Chip-Startup-Unternehmens Ampere Computing für 6,5 Milliarden US-Dollar angekündigt. Im Rahmen der Vereinbarung werden die größten Investoren von Ampere, Oracle und die Carlyle Group, ihre jeweiligen Anteile an dem Unternehmen verkaufen, wie SoftBank mitteilte. SoftBank will sich mit dem Kauf zunehmend auf künstliche Intelligenz konzentrieren.