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Marktbericht: Sind die DAX-Käufer schon wieder müde?



marktbericht

Stand: 26.03.2025 08:07 Uhr

Nach dem gestrigen Gewinntag könnten sich die Käufer am deutschen Aktienmarkt heute schon wieder rarmachen. Der DAX kommt am Morgen kaum vom Fleck.

Ist der Aufschwung am deutschen Aktienmarkt schon wieder vorbei? Der Broker IG taxiert den DAX zur Stunde bei 23.113 Punkten und damit nur wenige Punkte über dem XETRA-Schlusskurs. Gestern hatte der deutsche Leitindex nach vier Verlusttagen in Folge erstmals wieder im Plus geschlossen. Am Ende stand ein Tagesgewinn von 1,1 Prozent auf 23.109 Zähler.

Aus technischer Perspektive stimmt Marktbeobachterinnen und Marktbeobachter optimistisch, dass die 21-Tage-Linie zuletzt dem Ansturm der Bären standgehalten hatte. Dieser gleitende Durchschnitt der vergangenen 21 Handelstage ist für den kurzfristigen Trend im DAX wichtig. Um das positive Szenario zu bestätigen, wäre nun aber ein rascher Angriff auf das jüngste Rekordhoch bei 23.476 Punkten nötig.

Anlegende sowie Expertinnen und Experten spekulieren nach den jüngsten vagen Äußerungen des US-Präsidenten weiter auf weniger drastische US-Zölle. So geht etwa der Chefstratege von Rakuten Securities, Masayuki Kubota, davon aus, dass die Trump-Regierung einen gemäßigteren Ansatz verfolgt, um eine Rezession in den USA zu vermeiden.

Donald Trump hatte zu Wochenbeginn angekündigt, dass nicht alle Zölle zum Stichtag am 2. April kommen und einige Länder eine Ausnahmeregelung erhalten werden.

Diese Perspektive stützte gestern erneut die Kurse an der Wall Street. Der US-Standardwerteindex Dow Jones verabschiedete sich kaum verändert bei 42.587 Punkten aus dem Handel. Der breit gefasste S&P 500 gewann 0,2 Prozent auf 5.776 Zähler, und der technologielastige Nasdaq zog um 0,5 Prozent auf 18.271 Stellen an.

Die soliden Vorgaben von der Wall Street und Zinshoffnungen geben der japanischen Börse zur Wochenmitte Auftrieb. In Tokio liegt der 225 Werte umfassende Nikkei-Index im späten Handel 1,1 Prozent höher. Laut dem Gouverneur der Bank of Japan, Kazuo Ueda, hat die Zentralbank ihr Inflationsziel noch nicht in ausreichendem Maße erreicht. Das deutet auf eine mögliche Verlangsamung der Zinserhöhungen hin.

Die Börse Shanghai gewinnt 0,1 Prozent. Das Wall Street-Unternehmen Morgan Stanley hat seine Indexziele für chinesische Aktien zum zweiten Mal in diesem Jahr angehoben und dabei höhere Gewinnwachstumsprognosen und bessere Aussichten für Wirtschaft und Währung angeführt.

Im asiatischen Devisenhandel tendiert der Euro seitwärts. Die europäische Gemeinschaftswährung liegt aktuell bei 1,0784 Dollar. Wenig Bewegung auch am Goldmarkt: Eine Feinunze des gelben Edelmetalls kostet am Morgen gut 3.020 Dollar und damit 0,1 Prozent weniger als am Vortag.

Die Furcht vor weiteren US-Zöllen und einem knapperen Angebot treibt den Ölpreis weiter an. Am Rohstoffmarkt verteuert sich die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee um 0,3 Prozent auf 72,64 Dollar je Barrel (159 Liter).

Im DAX macht BASF auf sich aufmerksam. Der Chemiekonzern hat die vor rund einem Jahr übernommenen Anteile an den geplanten Offshore-Windparks Nordlicht 1 und 2 des schwedischen Energieunternehmens Vattenfall zurückverkauft. Gleichzeitig hat sich BASF die langfristige Versorgung mit erneuerbarem Strom für die chemische Produktion in Europa gesichert.

Auch die Lufthansa-Aktie könnte heute einen Blick wert sein, spricht sich in den Koalitionsverhandlungen von Union und SPD doch eine Arbeitsgruppe für Entlastungen im Luftverkehr aus. Demnach solle die Erhöhung der Luftverkehrssteuer aus dem Jahr 2024 zurückgenommen werden.

United Internet seinen Umsatz - ohne Berücksichtigung des zum Verkauf stehenden Geschäftsfelds Energy - von 6,3 auf rund 6,4 Milliarden Euro steigern. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) soll von 1,295 auf rund 1,35 Milliarden Euro zulegen.

Der von der italienischen Berlusconi-Familie kontrollierte Fernsehkonzern MFE hat Insidern zufolge heute eine Sitzung des Verwaltungsrats einberufen, um ein mögliches Angebot für den deutschen Konkurrenten ProSiebenSat.1 zu prüfen. Eine etwaige Offerte würde vor der ProSieben-Hauptversammlung am 28. Mai unterbreitet werden, sagten zwei Insider der Nachrichtenagentur Reuters.

Amazon hat im vergangenen Jahr über 15 Millionen gefälschte Produkte aus dem Verkehr gezogen. Das waren mehr als doppelt so viele wie 2023. Der Leiter von Amazons Abteilung zur Bekämpfung von Fälschungskriminalität, Kebharu Smith, erklärt den Anstieg unter anderem mit der besseren Erkennung in Verteilzentren sowie mit Aktionen in Ländern, in denen die Artikel produziert werden.

Der Videospiele-Händler GameStop hat seinen Gewinn im vierten Quartal mehr als verdoppelt. Unter dem Strich stand ein Plus von 131,3 Millionen Dollar gestanden nach 63,1 Millionen Dollar im Jahr zuvor. Zudem kündigte das Unternehmen eine Aktualisierung seiner Anlagestrategie an: GameStop will nun Bitcoin in seine Währungsreserven aufnehmen.

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