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Marktbericht: DAX-Erholung mit Fragezeichen



marktbericht

Stand: 24.03.2025 07:37 Uhr

Nach seiner dreitägigen Korrektur vom Rekord dürfte der DAX zum Wochenstart auf Erholungskurs gehen. Doch ist das mehr als nur eine Gegenreaktion auf die jüngsten Kursverluste?

Beim DAX zeichnet sich zu Beginn der neuen Woche ein etwas höherer Start ab. Der Broker IG taxiert die deutschen Standardwerte zur Stunde 0,3 Prozent höher bei 29.963 Punkten. Rückenwind kommt dabei auch von den gestiegenen US-Futures.

Marktbeobachter sprechen von einer Gegenreaktion auf die jüngsten Kursverluste. Am vergangenen Dienstag hatte der DAX bei 23.476 Punkten eine neue Bestmarke aufgestellt, war dann aber in den Konsolidierungsmodus übergegangen und bis auf 22.723 Zähler am Freitag gefallen.

Das warf am Markt die bange Frage auf, ob der DAX die Trendwende eingeleitet habe, zumal am Freitag auch noch Großer Verfallstag an den Terminbörsen war. In der Vergangenheit war der Hexensabbat schon oftmals die Basis für eine Trendwende an den Börsen gewesen.

Positive Impulse für den DAX kommen zum Wochenstart derweil von den gestiegenen US-Futures. Der Future auf den Dow-Jones-Index gewinnt 0,5 Prozent, der Future auf den technologielastigen Nasdaq 100 liegt sogar 0,8 Prozent höher.

Vor dem Wochenende waren die Anleger an der Wall Street angesichts anhaltender Zollsorgen nur mit angezogener Handbremse unterwegs gewesen. Der Dow Jones blieb fast unverändert bei 41.985 Punkten. Der Nasdaq rückte 0,5 Prozent auf 17.784 Zähler vor, und der breit gefasste S&P 500 schloss kaum verändert bei 5.667 Stellen.

Auch die Börsen in China präsentieren sich am Morgen weitgehend unverändert. Die Anleger sind angesichts der nahenden Zollfrist von US-Präsident Donald Trump und des Fehlens neuer Marktimpulse vorsichtig wurden. Der CSI 300 mit den wichtigsten chinesischen Festlandwerten tendiert seitwärts. Auch Japans Aktienindex Nikkei kommt nicht vom Fleck.

Euro und Gold geben leicht nach

Im asiatischen Devisenhandel gibt der Euro um 0,1 Prozent nach auf 1,0825 Dollar. Erste Schätzungen für die Einkaufsmanagerindizes für Deutschland und die Eurozone werden am Vormittag veröffentlicht, jene für die USA am Nachmittag. Das könnte die Devisen- und Aktienmärkte bewegen. Die Feinunze Gold kostet am Morgen 3.022 Dollar und damit 0,1 Prozent weniger.

Die Ölpreise geben in Asien etwas nach. Die Anleger preisen die in Riad stattfindenden Waffenstillstandsgespräche zur Beendigung des Krieges zwischen Russland und der Ukraine mit ein. Das könnte zu einem Anstieg der russischen Öllieferungen an die Weltmärkte führen. Am Rohstoffmarkt verbilligt sich die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee um 0,1 Prozent auf 71,51 Dollar je Barrel (159 Liter).

In den deutschen Aktienindizes treten heute einige Änderungen in Kraft. Im DAX ändert sich nichts. Derweil steigen der Panzergetriebe-Hersteller Renk, der Vermögensverwalter DWS und der Online-Broker Flatexdegiro in den MDAX auf.

Dafür steigen der Finanzdienstleister Hypoport, der Spezialglashersteller Schott Pharma und der Wafer-Hersteller Siltronic in den SDAX ab. Zudem fliegt der Onlinehändler About You im Zuge der Übernahme durch Zalando aus dem SDAX. Seinen Platz nimmt der IT-Sicherheitsdienstleister Secunet ein.

In einem Rechtsstreit um den glyphosathaltigen Unkrautvernichter Roundup haben US-Geschworene im Bundesstaat Georgia den Agrarchemie- und Pharma-Konzern Bayer zu knapp 2,1 Milliarden Dollar Schadenersatz verurteilt. Der Kläger macht Glyphosat für seine Krebserkrankung verantwortlich. Bayer kündigte Berufung gegen die Entscheidung an.

Das geplante elektrische Einstiegsmodell von Audi soll ab dem kommenden Jahr in Ingolstadt gebaut werden. Das kündigte Vorstandschef Gernot Döllner in der "Süddeutschen Zeitung" an. "Es wird ein Elektrofahrzeug in der Klasse, in der auch der A3 angesiedelt ist." Zuletzt hatte die VW-Tochter einen Produktionsstart erst im Jahr 2027 geplant.

Die Aktien des Rückversicherers Munich Re stehen im frühen Handel unter Druck, nachdem Goldman Sachs das bisher gültige Kaufvotum gestrichen hatte. Für Hannover Rück geht es dagegen bergauf dank der neuen Kaufempfehlung der US-Investmentbank.

Der schwächelnde deutsche Immobilienmarkt macht Patrizia erneut zu schaffen. Der Immobilien-Investor gab am Morgen Rückgänge beim verwalteten Vermögen und bei den Gebühreneinnahmen bekannt. Unter dem Strich schrieb der Konzern nach einem Verlust im Vorjahr aber wieder einen Gewinn. Die Dividende soll daher um knapp drei Prozent auf 0,35 Euro je Aktie steigen.

Die Zukunft von Mittelfeldspieler Julian Brandt beim Bundesligisten Borussia Dortmund erscheint zunehmend ungewiss. Sky-Informationen zufolge lotet der 28-Jährige gemeinsam mit seinem Vater und Berater Jürgen bereits Optionen für einen Wechsel im kommenden Sommer aus. Brandts Vertrag beim BVB gilt eigentlich noch bis 2026.

Apple-CEO Tim Cook ist in China mit dem Leiter des Chinesischen Rats für die Förderung des Internationalen Handels (CCPIT), Ren Hongbin, zusammengetroffen. Laut einer Mitteilung des Rates begrüßte Hongbin eine mögliche Vertiefung der Zusammenarbeit zwischen dem Unternehmen und China im Lieferkettenbereich. Zudem hätten sich Hongbin und Cook auch über die Stärkung der chinesisch-amerikanischen Geschäfte ausgetauscht.

Mit Informationen von Angela Göpfert, ARD-Finanzredaktion.

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