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Einem Medienbericht zufolge hat das US-Geldinstitut Citigroup aus Versehen eine Überweisung von 81.000.000.000.000 Dollar veranlasst. Dabei sollte eigentlich nur der Betrag von 280 Dollar das Konto wechseln.
Nach einem Bericht der Financial Times (FT) hat die US-Bank Citigroup die Fehlüberweisung eines gigantischen Geldbetrags nur mit Mühe wieder rückgängig machen können. Im April des vergangenen Jahres habe das Institut versehentlich 81 Billionen Dollar an einen Kunden überwiesen. Statt der 81.000 Milliarden sollten ursprünglich lediglich 280 Dollar überwiesen werden, schreibt die FT und beruft sich dabei auf einen internen Bericht und zwei mit dem Vorgang vertraute Personen.
Der Fehler sei von einem Mitarbeiter der Zahlungsabteilung und einem zweiten Angestellten übersehen worden, der die Transaktion überprüfen sollte, bevor sie am nächsten Tag zur Bearbeitung freigegeben wurde, berichtet die Wirtschaftszeitung. Ein dritter Mitarbeiter habe schließlich ein Problem mit den Kontoständen der Bank entdeckt und die Zahlung 90 Minuten nach der Buchung abgefangen. Insgesamt habe es Stunden gedauert, die Transaktion wieder rückgängig zu machen. Letztlich seien aber keine Gelder der Citigroup abgeflossen.
Probleme mit dem Risikomanagement
Das Institut habe den Beinahe-Fehler, bei dem eine Bank den falschen Betrag verarbeitet, aber in der Lage ist, das Geld zurückzuholen, bei den zuständigen US-Behörden gemeldet. Das Ereignis ist offenbar kein Einzelfall. Im vergangenen Jahr habe es bei der Bank zehn solcher Beinahe-Fehler mit einem Betrag in Höhe von einer Milliarde Dollar oder mehr gegeben, berichtet die FT. Die Bank war aber jeweils in der Lage, die Gelder zurückzuholen. Im Jahr 2023 habe es 13 solcher Fälle gegeben. Die Citigroup wollte zu den Vorfällen nicht Stellung nehmen.
Die Londoner Finanzjournalisten sehen den Vorfall im Zusammenhang mit Problemen, die die Bank damit habe, regulatorische Bedenken im Zusammenhang mit ihrem Risikomanagement auszuräumen. Vorstandschefin Jane Fraser hatte die Behebung solcher Probleme als ihre "oberste Priorität" bezeichnet.
Dennoch sei die Citigroup im vergangenen Jahr von US-Aufsichtsbehörden mit einer Geldstrafe von 136 Millionen Dollar belegt worden, weil Prüfer weiterhin Probleme bei der Risikokontrolle und dem Datenmanagement bemängelten. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hatte der Finanzkonzern rund 12,7 Milliarden Dollar verdient.