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morgen|stern: Die Lage am Morgen: Markus Lanz muss Gast beruhigen und ermahnen



In der ZDF-Talkshow von Markus Lanz geht es oft hoch her. Selten wird es dabei so hitzig wie am frühen Donnerstagmorgen. Was heute sonst noch wichtig wird, lesen Sie hier.

Guten Morgen, 

heute beginnt die Hochphase des Karnevals mit der Weiberfastnacht. Nach den Anschlägen in München und an anderen Orten könnte dem einen oder anderen dabei aber auch etwas mulmig zumute sein. 

In sozialen Netzwerken haben Islamisten zu Anschlägen unter anderem im Kölner Karneval aufgerufen. Das Bundeskriminalamt (BKA) jedoch beruhigt: Dies seien "Propagandaveröffentlichungen", es sieht derzeit keine konkrete Gefährdung. Trotzdem hält die Kölner Polizei die Sicherheitslage für "angespannter als in den Vorjahren".

Angespannter als sonst ging es auch in der Sendung von Markus Lanz zu. Falls Ihnen trotz der vielen schlimmen Nachrichten nach etwas Amüsement ist, empfehle ich Ihnen, darüber unten zu lesen.

Schreiben Sie mir gern, wie Ihnen der morgen|stern gefällt. Für Feedback erreichen Sie mich unter daniel.sippel [at] stern.de

Bleiben Sie gesund!
Daniel Sippel

Bodo Ramelow bei Markus Lanz ohne Altersmilde

In der Sendung von Markus Lanz geht es am Mittwochabend hoch her. Zu Gast bei dem Moderator sind neben zwei Journalistinnen auch Polit-Promis wie Wolfgang Kubicki (FDP) und Bodo Ramelow (Die Linke). Er ist einer der drei "Silberlocken" der Linken und hat wohl entscheidend zum Erfolg seiner Partei bei der Bundestagswahl beigetragen.

Wolfgang Kubicki, der 72-Jährige FDP-Veteran, überrascht zunächst mit Selbstreflexion: "Dass ich nicht die Zukunft der Partei bin, das weiß ich selbst." Aber Kubicki wäre nicht Kubicki, wenn er nicht in seinen nächsten Sätzen relativieren und austeilen würde. Auf FDP-Präsidiumsmitglied Marie-Agnes Strack-Zimmermann treffe das auch zu, sie sei auch nicht die Zukunft der Partei. Und einen "Übergang" zu moderieren, "der die Partei am Leben hält" – das traue er sich schon noch zu.

Und überhaupt hält er es sich noch offen, für den Parteivorsitz zu kandidieren. "Der Prozess ist noch nicht abgeschlossen", sagt er und das hört sich doch schon sehr anders an, als seine Aussage, nicht die Zukunft der FDP zu sein. Was für ihn spricht? Seine Beliebtheit innerhalb und außerhalb der Partei, sagt Kubicki. Böse Zungen würden behaupten, dass das schon wieder für weniger Selbstreflexion spricht.

Für noch mehr Aufsehen sorgt aber, wie Bodo Ramelow bei Markus Lanz auftritt. Er strotzt vor Energie, um es diplomatisch auszudrücken. Für einige Momente diskutieren die anderen Gäste den Erfolg seiner Partei, da schaltet er sich ein. Das gehe nicht, dass über seinen Kopf hinweg über seine Partei gesprochen werde. Lanz sagt: "Nicht sauer sein auf mich, ich habe Ihnen nichts getan." Doch Ramelow kühlt nicht so recht ab. Lanz ist sichtlich erstaunt: "Ich dachte, Sie haben so eine gewisse Altersmilde erreicht."

Doch da liegt er falsch. In der Sendung kommt es immer wieder zu Scharmützeln zwischen den beiden. Zum Beispiel, als Markus Lanz zum Sondervermögen der Bundeswehr fragt: Würde die Linke dem zustimmen? Wenn die AfD und die Linke dagegen votieren würden, hätten sie eine Sperrminorität – zusätzliches Geld für die Verteidigung gäbe es dann nicht. Bodo Ramelow will ein wenig ausholen, über die Nato sprechen und beginnt: "Sie wollen die Debatte, die mit der Nato verbunden ist, nicht führen. Die Bundeswehr als Landverteidigungsarmee …" Lanz unterbricht: "Ne ne!" Ramelow: "Jetzt sagen Sie 'Ne ne'. Woher wissen Sie meine Antwort schon?" 

Der Moderator bleibt ruhig: "Sie unterstellen mir, was ich angeblich will. Sie wohnen nicht in meinem Kopf. Da wohne ich immer noch selber." Ramelow: "Das ist jetzt kurios." – "Gar nicht kurios." – Bodo Ramelow probiert es noch einmal: "Eine Landverteidigungsarmee …" – "Ich will etwas anderes wissen, Herr Ramelow, und das wissen Sie doch auch ganz genau." Ramelow entgegnet: "Das weiß ich nicht, ich sitze ja nicht in Ihrem Kopf. Haben Sie doch gerade gesagt." – "Ja, das ist ja auch gut so, das wollen Sie gar nicht. Bitte, ganz ruhig." 

Ramelow: "Ja, was denn jetzt?" Lanz: "Denken Sie an Ihren Blutdruck. Wir mögen uns auch. Ich schätze Sie über alle Maßen." Ramelow sagt noch, er freue sich auf die Lakritze nachher. Die hat Lanz ihm nämlich zuvor versprochen. Eine Antwort bekommt der Moderator allerdings nicht mehr.

Politik-Podcast: 5 Minuten zum Drama der FDP hinter den Kulissen

Während Union und SPD sich auf gemeinsames Regieren vorbereiten, befindet sich die FDP in Auflösung. Nach ihrem Absturz bei der Bundestagswahl auf gerade mal 4,3 Prozent müssen die Liberalen wie schon 2013 ihre Bundestagsfraktion liquidieren. Die stern-Politikchefs Veit Medick und Jan Rosenkranz beschreiben die Dramatik hinter den Kulissen:

Was heute sonst noch wichtig wird

  • Passagiere auf den Flughäfen in München und Hamburg müssen sich heute und am Freitag auf Flugausfälle und weitere Einschränkungen einstellen. Um den Druck im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen zu erhöhen, hat die Gewerkschaft Verdi Beschäftigte an beiden Standorten zu Warnstreiks aufgerufen. Außerdem stehen auch andernorts wieder zeitweise Arbeitsniederlegungen an: in Essen bei den Entsorgungsbetrieben, in Erfurt in Kliniken und in Hamburg außerdem auch bei der Stadtreinigung, im Hafen und bei städtischen Behörden. 
  • Der britische Premier Keir Starmer besucht Donald Trump im Weißen Haus.Bei dem Treffen soll es nach Angaben aus London vor allem um die Themen Sicherheit und Wirtschaft gehen. Starmer dürfte zudem versuchen, den US-Präsidenten zu einer Beteiligung Kiews und europäischer Staaten an den Gesprächen über ein Ende des Kriegs in der Ukraine zu bewegen.

Mit Material der Agenturen.

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