8 hours ago

Geld-zurück-Firma: Maschmeyer-Start-up ist insolvent



Rightnow half Kunden, Geld von Airlines, Netflix oder Fitnessstudios zurückzufordern. Nun hat das Start-up, in das Carsten Maschmeyer investierte, Insolvenz angemeldet.

Ob Flugstornierung, Netflix-Preiserhöhung oder Online-Glücksspiel: Seit 2016 hat RightNow nach eigenen Angaben mehr als einer halben Million Verbrauchern geholfen, ihr Geld zurückzubekommen. Nun hat das Legal-Tech-Startup selbst ein Geldproblem. Die Düsseldorfer Firma musste Insolvenz anmelden, wie Rightnow-Chef Phillip Eischet gegenüber verschiedenen Medien bestätigte.

Grund für die Pleite sei das Scheitern einer geplanten Finanzierungsrunde, sagte Eischet dem Portal Gründerszene. "Aufgrund des Ausbleibens der Finanzierungsquellen für das ursprüngliche Geschäftsmodell der RightNow GmbH und der sodann – trotz intensiver Bemühungen auf Seiten der Eigenkapitalinvestoren und Gründer – gescheiterten Restrukturierungsverhandlungen war die Insolvenz der RightNow GmbH im Ergebnis unumgänglich."

Rightnow hatte Carsten Maschmeyer und Ingo Lenßen an Bord

Dabei half zuletzt offenbar auch nicht mehr, dass RightNow seit der Gründung vor neun Jahren eine Reihe prominenter Investoren und Werbeträger für sich gewinnen konnte. 2018 investierte Milliardär Carsten Maschmeyer mit weiteren Investoren 25 Millionen Euro in das Start-up. Der bekannte TV-Anwalt Ingo Lenßen zog 2019 in den Beirat und fungierte als Markenbotschafter.

Das Geschäftsmodell von Rightnow funktioniert so: Unter dem Motto "Verkaufe dein Problem" wirbt das Portal darum, dass Kunden ihre Rechtsansprüche gegen Firmen an sie abtreten. Die Verbraucher erhalten von Rightnow eine "Sofort-Erstattung", die niedriger ist als die eigentliche Summe. Im Anschluss versuchen die Juristen der Firma, die Forderung einzutreiben. Wenn Mahnungen allein nicht zum Ziel führen, setzt Rightnow auf Sammelklagen.

Neben dem Klassiker Flugstornierung kümmerte sich Rightnow auch um Ansprüche bei Kfz-Schäden oder unrechtmäßig erhöhten Beiträgen von Netflix bis privaten Krankenversicherungen. Außerdem verlegte sich das Unternehmen zuletzt darauf, Verluste einzutreiben, die Spieler beim Online-Glücksspiel und bei Sportwetten erlitten hatten. Das gestaltete sich aber aufgrund einer juristisch nicht eindeutigen Lage wohl schwierig.

Aufgeben wollen die Rightnow-Gründer das Geschäft mit dem Eintreiben von Geldforderungen aber nicht. Sie haben schon vor einiger Zeit ein zweites Unternehmen namens RN Inkasso mit verändertem Geschäftsmodell gegründet. Dieses sei nicht von der Insolvenz betroffen und soll auch künftig die Forderungen von Verbrauchern zu Geld machen. 

Gesamten Artikel lesen

© Varient 2025. All rights are reserved